Tschechien: Inflation zuletzt unerwartet kräftig angestiegen


08.07.25 09:16
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in Tchechien sank im Mai von 48,9 auf 48,0 Punkte, und bleibt somit im kontraktiven Bereich, so die Analysten von Postbank Research.

Immerhin habe sich aber im Mai das Verbrauchervertrauen erholt, während zudem bereits im April die Einzelhandelsumsätze unerwartet zugelegt hätten. Die durchschnittlichen monatlichen Nominallöhne seien in Q1 um 6,7% gestiegen, die Reallöhne um 3,9%.

Das BIP sei im ersten Quartal nach den finalen Daten um 0,7% zum Vorquartal und 2,4% zum Vorjahr etwas stärker als zunächst gemeldet gewachsen.

Die Arbeitslosenquote sei im Mai auf 4,2% gesunken.

Im April sei die Inflation von 2,7 auf 1,8% gefallen, im Mai sei sie wiederum auf 2,4% zurückgesprungen, erwartet worden sei ein leichter Anstieg auf 2,0%. Der Erzeugerpreisindex sei im Mai um 0,6% zum Vormonat bzw. 0,8% zum Vorjahr gesunken.

Die Notenbank CNB habe den Leitzins nach der Zinssenkung Anfang Mai aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Inflationsentwicklung bei 3,50% belassen. Sie habe erneut eine vorerst abwartende Haltung signalisiert.

Die Tschechische Krone könnte in den kommenden sechs Monaten zum Euro moderates Abwertungspotenzial besitzen, falls die Notenbank in Prag weiter an der Zinsschranke bleibe - ebenso sollte der Euro als Diversifikation zum US-Dollar gefragt bleiben. (Währungsbulletin Juli 2025) (08.07.2025/alc/a/a)