Tschechien: Inflation zieht an


31.10.24 10:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Tschechien zog im August mit 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und auch die Auftragseingänge sprangen um 10 Prozent nach oben, so die Analysten von Postbank Research.

Zwar seien die Daten wohl stark von der Urlaubssaison beeinflusst worden. Dennoch würden dies vermutlich erste Anzeichen einer möglichen Erholung darstellen.

Der private Konsum habe sich zuletzt ebenfalls überraschend robust präsentiert. Im August seien die Einzelhandelsumsätze mit 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Somit könnte der private Konsum im dritten Quartal eine wichtige Wachstumssäule dargestellt haben - obgleich das Niveau weiterhin unter dem Vorpandemieniveau liegen dürfte.

Die Inflation habe im September auf 2,6 Prozent angezogen und damit über den Erwartungen der Analysten gelegen. Haupttreiber der Preisentwicklung seien Lebensmittel gewesen.

Die Notenbank dürfte die weitere Entwicklung hinsichtlich der Inflation im Auge behalten. Während die Konjunktur erste Zeichen einer Erholung aufweise, könnte die Preisentwicklung durch zu frühe Zinssenkungen erneut angefacht werden. Insgesamt gehe die Deutsche Bank jedoch davon aus, dass der Zinssenkungszyklus in den kommenden Monaten fortgesetzt werde. Zinspausen seien jedoch nicht auszuschließen, sollte der Preisdruck Anzeichen einer Verfestigung aufweisen.

Die Tschechische Krone (CZK) könnte in den kommenden sechs Monaten gegenüber dem Euro leicht Richtung EUR/CZK 25,10 aufwerten. (Ausgabe Währungsbulletin November 2024) (31.10.2024/alc/a/a)