Tschechien: Inflation geht deutlich zurück


04.03.24 13:21
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Tschechien sank im Jahr 2023 um 0,4 Prozent, wobei sie im Dezember zum Vorjahr um 0,7 Prozent sank, so die Analysten der Postbank Research.

Zwar habe die Automobilindustrie zulegen, damit aber die Schwäche unter anderem der Elektroindustrie nicht kompensieren können. Die Industrie leide unter der schwachen Auslandsnachfrage, insbesondere aufgrund der momentanen Konjunkturschwäche in Deutschland.

Die Einzelhandelsumsätze seien 2023 insgesamt um 4,1 Prozent gesunken, der größte jährliche Rückgang seit Aufzeichnungsbeginn 2001. Immerhin hätten die Umsätze im Dezember auf Monats- und Jahressicht leicht zulegen können.

Die privaten Verbraucher hätten - trotz Rekordbeschäftigung - unter der hohen Inflationsrate gelitten. Mit einer jüngst überraschend stark rückläufigen Inflationsrate im Januar in Höhe von 2,3 Prozent könnte eine mögliche Erholung früher einsetzen, zumal die Notenbank damit nun mehr Zinssenkungsspielraum habe.

Die Notenbank habe bereits vor der Veröffentlichung der Inflationsdaten den Zinssatz um 50 Basispunkte gesenkt, was unter den Marktteilnehmern noch zu Diskussionen geführt habe. Retrospektiv wäre aber auch eine Senkung um 75 Basispunkte gerechtfertigt gewesen. Die Analysten würden mit weiteren Zinssenkungen auf ein Niveau von rund 3 Prozent rechnen, um die Konjunktur zu stimulieren.

Die Krone dürfte sich in den kommenden sechs Monaten zum Euro insgesamt eher volatil entwickeln, sich im Endeffekt aber bis Ende Juni nicht weit vom aktuellen Kurs entfernen. (Währungsbulletin März 2024) (04.03.2024/alc/a/a)