Tschechien: Inflation auf dem Rückzug, Realeinkommen steigen


08.07.24 12:17
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Mit preisbereinigten 9,0 Prozent zog die Industrieproduktion Tschechiens im April auf Jahresbasis stark an, so die Analysten von Postbank Research.

Es bleibe abzuwarten, ob es sich dabei um eine nachhaltige Steigerung handele. Allerdings zeige sich anhand des Wachstums der Auftragseingänge aus dem Ausland in Höhe von 5,3 Prozent, dass sich die Konjunkturerholung in der Eurozone positiv auf die tschechische Industrie auswirke. Und dies insbesondere im Automobilsektor, Chemie und Maschinenbau.

Die Löhne und Gehälter hätten sich im ersten Quartal unerwartet stark entwickelt. Mit einem realen Plus in Höhe von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr dürfte auch hier der private Konsum das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten unterstützen.

Im Mai habe die Inflation mit 2,6 Prozent auf Vormonatsniveau gelegen. Die jüngst positiven Konjunkturdaten, die auf eine beschleunigende wirtschaftliche Dynamik hinweisen würden, könnten den Druck auf die Preisentwicklung aufrecht erhalten.

Die Notenbank dürfte dennoch in den kommenden Monaten versuchen, die konjunkturelle Erholung zu unterstützen. Daher rechne die Deutsche Bank mit weiteren Zinssenkungen über den Sommer - dies decke sich auch mit jüngsten Äußerungen des Notenbank-Gouverneurs Michl. Risiken für diesen geldpolitischen Kurs seien Entstehung einer Lohnpreisspirale, eine Abwertung der Krone sowie mögliche fiskalpolitische Störfeuer.

Die Tschechische Krone (CZK) dürfte sich in den kommenden sechs Monaten zum Euro moderat gen EUR/CZK 25,50 abwärts bewegen. (Ausgabe Währungsbulletin Juli 2024) (08.07.2024/alc/a/a)