Tschechien: Inflation in Zielzone, weitere Zinssenkungen möglich


29.05.25 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der tschechische Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes erholte sich im April leicht von 48,3 auf 48,9 Punkte, bleibt damit aber im kontraktiven Bereich, so die Analysten von Postbank Research.

Im April habe sich das Verbrauchervertrauen um 1,1 Punkte auf 97,7 Punkte verschlechtert, während das Geschäftsvertrauen unerwartet kräftig um 3,1 Punkte auf 96,5 Punkte nachgegeben habe - den schwächsten Stand seit Oktober 2024. Alle Frühindikatoren seien schwächer ausgefallen als von Analysten im Vorfeld erwartet.

Das BIP sei im ersten Quartal erwartungsgemäß um 0,5 Prozent zum Vorquartal und 2,0 Prozent zum Vorjahr gewachsen. Die Arbeitslosenquote habe im April bei 4,3 Prozent verharrt.

Im April sei die Inflation von 2,7 auf 1,8 Prozent gefallen, erwartet worden sei ein Rückgang auf 2,1 Prozent. Der Erzeugerpreisindex sei im April mit minus 0,8 Prozent zum Vormonat bzw. 1,3 Prozent zum Vorjahr tiefer in den negativen Bereich gefallen.

Die Notenbank CNB habe am 7. Mai schlussendlich erwartungsgemäß den Leitzins von 3,75 auf 3,50 Prozent gesenkt. Sie habe eine nunmehr abwartende Haltung signalisiert, aber die Tür für weitere Zinsschritte weit offen gelassen.

Die Krone (CZK) könnte in den kommenden sechs Monaten zum Euro moderates Abwertungspotenzial Richtung EUR/CZK 25,35 besitzen, falls die Notenbank in Prag tatsächlich weiter an der Zinsschraube drehe und der Euro beispielsweise aufgrund des Zuflusses ausländischer Gelder weiteren Rückenwind erhalte. (Währungsbulletin Juni 2025) (29.05.2025/alc/a/a)