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Trump versus FED: Nachwehen einer Tirade
22.08.18 11:30
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es war schon ein bisschen erstaunlich, dass sich die Gemeinschaftswährung während der gestrigen europäischen Handelssitzung nach den doch als heftig empfundenen Einlassungen von US-Präsident Donald Trump kaum mehr bewegte, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Einmal mehr habe sich Trump gegen die US-Notenbank gestellt, deren Politik der Zinserhöhungen er erneut kritisiert habe. Und er habe auch keinen Hehl daraus gemacht, dass FED-Chef Jerome Powell ihn nicht gerade "begeistert" habe. Denn einem Artikel des Wall Street Journal zufolge hätten ihm seine Berater im vergangenen Jahr gesagt, dass Powell (eine Politik) des billigen Geldes unterstützen werde. Zumindest solle dies Trump bereits am vergangenen Freitag bei einer Fundraising-Veranstaltung geäußert haben.
Nun sei kaum anzunehmen, dass Trumps Statements von Montagnacht die FED beeinflussen würden. Aber es gebe durchaus Beobachter, die die FED wegen der zuletzt abflachenden US-Zinsstrukturkurve als möglichem Vorboten einer drohenden Rezession aktuell unter Druck sehen würden. Denn der Renditeabstand zwischen US-Anleihen mit zweijähriger und denjenigen mit zehnjähriger Laufzeit habe sich während der vergangenen Tage zeitweise auf weniger als 23 Basispunkte verringert. Die Angst vor einer drohenden Rezession scheine auch FOMC-Mitglied Raphael Bostic zu teilen. Der nicht gerade als Ober-Zinstaube bekannte und im Offenmarktausschuss stimmberechtigte Chef der FED von Atlanta hatte nämlich bereits am Montagnachmittag in einer Rede die Ansicht vertreten, drei Zinserhöhungen in diesem Jahr (die FED und auch die Deutsche Bank AG gehen bislang von vier Zinsschritten aus) seien ausreichend. Nebenbei bemerkt: Zu diesem Zeitpunkt, also vor den Tiraden Trumps, sei der Dollar bereits unter Druck geraten.
Von vielen Kommentatoren würden Trumps Äußerungen als Eingriff in die Unabhängigkeit der FED gewertet. Abgesehen davon, dass Donald Trump auch wieder einmal China und Europa der Währungsmanipulation beschuldigt habe, sei noch ein weiterer Aspekt ebenfalls wegen des Trump-Theaters in den Hintergrund getreten. Denn zur gleichen Zeit habe auch noch ein anderer Bericht des Wall Street Journal die Runde gemacht, wonach die US-Administration trotz der heute beginnenden ersten Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelskonflikts, an ihrem Fahrplan in Sachen Strafzölle festhalten wolle. Mehr noch: Medienberichten zufolge scheine der US-Präsident trotz großer Bedenken auf Seiten heimischer Unternehmen überhaupt nicht daran zu denken, im Handelsstreit mit China einzulenken.
Auch wenn sich diese Meldungen nur als Pulverdampf herausstellen sollten, sei es zumindest erstaunlich, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar nur wenig Anzeichen etwaiger Risikoaversion an den Tag gelegt und sich - vielleicht auch wegen der gestern früh in Fernost ausgelösten Stop-Loss-Käufe - nicht wieder deutlicher abgeschwächt habe. Gut möglich, dass die Akteure eine neue Seitwärtsentwicklung zwischen 1,1295 und 1,1640 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) auszuloten versuchen würden. (22.08.2018/alc/a/a)
Einmal mehr habe sich Trump gegen die US-Notenbank gestellt, deren Politik der Zinserhöhungen er erneut kritisiert habe. Und er habe auch keinen Hehl daraus gemacht, dass FED-Chef Jerome Powell ihn nicht gerade "begeistert" habe. Denn einem Artikel des Wall Street Journal zufolge hätten ihm seine Berater im vergangenen Jahr gesagt, dass Powell (eine Politik) des billigen Geldes unterstützen werde. Zumindest solle dies Trump bereits am vergangenen Freitag bei einer Fundraising-Veranstaltung geäußert haben.
Von vielen Kommentatoren würden Trumps Äußerungen als Eingriff in die Unabhängigkeit der FED gewertet. Abgesehen davon, dass Donald Trump auch wieder einmal China und Europa der Währungsmanipulation beschuldigt habe, sei noch ein weiterer Aspekt ebenfalls wegen des Trump-Theaters in den Hintergrund getreten. Denn zur gleichen Zeit habe auch noch ein anderer Bericht des Wall Street Journal die Runde gemacht, wonach die US-Administration trotz der heute beginnenden ersten Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelskonflikts, an ihrem Fahrplan in Sachen Strafzölle festhalten wolle. Mehr noch: Medienberichten zufolge scheine der US-Präsident trotz großer Bedenken auf Seiten heimischer Unternehmen überhaupt nicht daran zu denken, im Handelsstreit mit China einzulenken.
Auch wenn sich diese Meldungen nur als Pulverdampf herausstellen sollten, sei es zumindest erstaunlich, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar nur wenig Anzeichen etwaiger Risikoaversion an den Tag gelegt und sich - vielleicht auch wegen der gestern früh in Fernost ausgelösten Stop-Loss-Käufe - nicht wieder deutlicher abgeschwächt habe. Gut möglich, dass die Akteure eine neue Seitwärtsentwicklung zwischen 1,1295 und 1,1640 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) auszuloten versuchen würden. (22.08.2018/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| EU0009652759 | 965275 | 1,20 | 1,11 | |
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EUR/USD zwischen Politik und Schulden
10.07.25
, Oberbank
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