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Trump gewählt - wie geht es jetzt weiter?


10.11.16 15:08
BNY Mellon IM

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte mögen keine überraschenden Ergebnisse und keine sehr eindeutigen politischen Entscheidungen, so Vincent Reinhart, Chief Economist bei Standish, einer BNY Mellon Investment Management Boutique.

Die Wahl von Trump sei beides zugleich gewesen. Jeder versuche zu verstehen, wie Trump als Präsident sein werde, und scheue gleichzeitig vor finanziellen Risiken.

Die Experten würden glauben, dass Präsident Trump eine einfachere Amtszeit haben werde, wenn er auf den konventionelleren Flügel der Republikanischen Partei zugehe. Er müsse zeigen, dass er anders regieren werde als im Wahlkampf dargestellt. Vielleicht indem er respektierte republikanische Persönlichkeiten ins Kabinett berufe.

Jeder stimme zu, dass eine Verbesserung der Infrastruktur in den USA nötig sei - genauso wie die Besteuerung von Unternehmen das reine Chaos sei. Insgesamt 2 Billionen Dollar würden daher im Ausland gehalten. Man könnte sich vorstellen, dass Infrastruktur-Reformen teilweise durch das Steuerwesen finanziert werden könnten. Allerdings brauche es für die Reform der Personen- und Unternehmensbesteuerung viel Zeit. Denn grundsätzlich sei es schwierig, den Gesundheits- und Steuersektor zu ändern. Möglicherweise werden wir eine Ausweitung des Defizits bekommen, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Volatilität könne auch neue Möglichkeiten schaffen, wenngleich man grundsätzlich vorsichtig sein sollte, unter solchen Bedingungen zu investieren. Vermutlich werde Präsident Trump ein weniger aggressives Justizministerium haben und mit Blick auf die Pharmaindustrie und das Bankensystem eine andere Politik annehmen als es die Demokraten tun würden. Die Experten würden erwarten, dass die Regulierung der Banken nicht angezogen werde, wohingegen dies über einen längeren Zeitraum mit den Demokraten durchaus hätte passieren können.

Mit Blick auf die geldpolitischen Maßnahmen werde die FED nicht politisch einwirken wollen und sich möglicherweise zurückhalten. Die Entscheidung, die Zinsen anzuheben werde von den finanziellen Bedingungen und den wirtschaftlichen Prognosen bis zum Dezember-Meeting abhängen. Wenn die Zahlen nicht schlechter würden, werde die FED die Zinsen dann möglicherweise anheben. Die FED möchte nicht politisch einwirken, indem sie den Präsidenten belohne, wenn die Konjunkturaussichten sich nicht wesentlich ändern würden. Die Experten würden meinen, dass es mit einer Wahrscheinlichkeit von drei zu vier eine Zinsanhebung geben könnte - weitere negative Überraschungen nicht ausgeschlossen. (10.11.2016/alc/a/a)