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Trump brüskiert US-Notenbank


20.07.18 12:26
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - US-Präsident Donald Trump hat die jüngsten Leitzinserhöhungen der US-Notenbank FED kritisiert, so die Experten von "FONDS professionell".

"Ich bin nicht begeistert", habe er dem Fernsehsender CNBC in einem Interview am Donnerstag gesagt. Nach jeder Erhöhung hätten die Währungshüter die Zinsen weiter anheben wollen. "Darüber bin ich nicht glücklich", habe Trump im Gespräch mit den Journalisten erklärt. "Aber gleichzeitig lasse ich sie machen, was sie für das Beste halten."

Mit dem ungeschriebenen Gesetz, wonach sich US-Präsidenten nicht zur Geldpolitik der unabhängigen Notenbank äußern würden, habe Trump demnach gebrochen. Der amtierende US-Präsident habe zwar eingeräumt, dass sein Kommentar zur Geldpolitik durchaus ungewöhnlich sei. Er habe aber nur das gesagt, was er auch als normaler Bürger sagen würde. "Mir gefällt es nicht, dass wir diese ganze Arbeit in die Wirtschaft stecken und ich dann sehe, wie die Zinsen nach oben gehen", so Trump. Dies könne den USA Nachteile bringen, weil zugleich die japanische Notenbank sowie die Europäische Zentralbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten würden.

Das US-Präsidialamt habe umgehend versucht, Trumps Aussagen nachträglich zu entschärfen. Trump respektiere die Unabhängigkeit der FED und mische sich nicht in ihre Geldpolitik ein, habe es geheißen. Die Märkte hätten dennoch umgehend auf die Äußerungen des Präsidenten reagiert. Während der US-Dollarkurs eingebrochen sei, sei der Goldkurs deutlich nach oben gesprungen. Der Euro habe um fast einen Cent auf 1,1680 USD zugelegt. (20.07.2018/alc/a/a)