Trump-Zölle: EU reagiert abwartend - Märkte zittern vor Inflationsschub


14.07.25 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zölle bleiben auch in dieser Woche Thema Nummer Eins, nachdem US-Präsident Trump Abgaben für EU-Importe in Höhe von 30% in Aussicht gestellt hat, so die Analysten der Helaba.

Die EU-Kommission wolle bis zum 1. August verhandeln und verzichte bis dahin auf Gegenmaßnahmen. Sollte es aber nicht zu einer Vereinbarung kommen, würden Gegenzölle angedroht. Die Unsicherheit sei groß, zumal Handelsbeschränkungen durch Zölle in genannter Höhe negative Auswirkungen auf die Konjunktur- und Inflationsentwicklung hätten. In diesem Zusammenhang sei auf die Datenveröffentlichungen in dieser Woche hingewiesen worden. Der Datenreigen werde morgen mit der ZEW-Umfrage eröffnet. Dort zeichne sich eine Stimmungsaufhellung ab, zumal das ähnlich konzipierte sentix-Investorenvertrauen bereits gestiegen sei. Allerdings habe sich der ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen im Vormonat deutlich verbessert, sodass die Erwartungen nicht zu hochgesteckt werden sollten.

In den USA würden die ebenfalls morgen anstehenden Verbraucherpreise mit großer Spannung erwartet, denn sie seien entscheidend für die Ende des Monats anstehende FOMC-Sitzung. Seit Trumps Zollpolitik gehe die Sorge um, dass die Inflation deutlich steigen könnte. Der Inflationsbericht vom Mai habe aber positiv überrascht - von steigenden Preisen sei noch nichts zu sehen gewesen. Dies könnte sich ändern. So würden einige Unternehmen von steigenden Kosten berichten und so scheine es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann es Preisanpassungen geben werde. Auf Interesse würden in dieser Woche auch die ersten Stimmungsumfragen stoßen, wie der Empire-State-Index oder das Pendant der Fed von Philadelphia. Beide Indizes lägen im Kontraktionsbereich und würden bislang wenig Konjunkturoptimismus aufkommen lassen. (14.07.2025/alc/a/a)