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Trotz sinkender Inflationsrate: Noch keine Trendwende bei der Teuerung
29.07.22 11:30
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Teuerung hat sich den zweiten Monat in Folge etwas abgeschwächt, die Inflationsrate in Deutschland bleibt im Juli aber außergewöhnlich hoch, so die Experten von "FONDS professionell".
Wie das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Schätzung mitteile, hätten Waren und Dienstleistungen 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat gekostet. Im Juni habe die Jahresinflationsrate noch bei 7,6 Prozent gelegen, im Mai bei 7,9 Prozent. Beim Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der in der EU einheitlich berechnet werde, weise die Behörde für Deutschland eine Inflationsrate von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.
Die Zahlen würden nach Einschätzung von Michael Heise, Chefökonom des Multi-Family-Offices HQ Trust, zeigen, dass noch kein Wendepunkt der Inflation erreicht sei. "Es ist zwar ein Lichtblick, dass der sehr hohe Anstieg der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte seit Mai leicht rückläufig ist und auch Vorleistungsprodukte für die Industrie in den letzten Monaten wieder etwas günstiger geworden sind, aber dies wird die Verbraucherpreise kurzfristig kaum dämpfen", so Heise. "Im September dürften die Verbraucherpreise um über acht Prozent im Vorjahresvergleich steigen, wenn die staatlichen Entlastungsmaßnahmen wie Tankrabatt und Neun-Euro-Ticket auslaufen", warne er.
Verbraucher müssten bis zum Herbst mit hohen Inflationsraten rechnen, so der Ökonom. Größere Entlastungen bei den Energiepreisen seien nicht in Sicht, da Russland durch reduzierte Gaslieferungen Unsicherheit schüre. Das erhöhe nicht nur die Preise von Gas, sondern auch von anderen Energieträgern wie Öl oder Kohle, die wegen der Gasknappheit stärker nachgefragt würden. "Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung unter der hohen Inflation und den Kaufkraftverlusten leidet, muss die Geldpolitik der EZB an ihrer Normalisierungsstrategie festhalten, um das Inflationsproblem nicht noch zu vergrößern", stelle Heise fest. (Ausgabe vom 28.07.2022) (29.07.2022/alc/a/a)
Wie das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Schätzung mitteile, hätten Waren und Dienstleistungen 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat gekostet. Im Juni habe die Jahresinflationsrate noch bei 7,6 Prozent gelegen, im Mai bei 7,9 Prozent. Beim Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der in der EU einheitlich berechnet werde, weise die Behörde für Deutschland eine Inflationsrate von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.
Die Zahlen würden nach Einschätzung von Michael Heise, Chefökonom des Multi-Family-Offices HQ Trust, zeigen, dass noch kein Wendepunkt der Inflation erreicht sei. "Es ist zwar ein Lichtblick, dass der sehr hohe Anstieg der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte seit Mai leicht rückläufig ist und auch Vorleistungsprodukte für die Industrie in den letzten Monaten wieder etwas günstiger geworden sind, aber dies wird die Verbraucherpreise kurzfristig kaum dämpfen", so Heise. "Im September dürften die Verbraucherpreise um über acht Prozent im Vorjahresvergleich steigen, wenn die staatlichen Entlastungsmaßnahmen wie Tankrabatt und Neun-Euro-Ticket auslaufen", warne er.
Verbraucher müssten bis zum Herbst mit hohen Inflationsraten rechnen, so der Ökonom. Größere Entlastungen bei den Energiepreisen seien nicht in Sicht, da Russland durch reduzierte Gaslieferungen Unsicherheit schüre. Das erhöhe nicht nur die Preise von Gas, sondern auch von anderen Energieträgern wie Öl oder Kohle, die wegen der Gasknappheit stärker nachgefragt würden. "Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung unter der hohen Inflation und den Kaufkraftverlusten leidet, muss die Geldpolitik der EZB an ihrer Normalisierungsstrategie festhalten, um das Inflationsproblem nicht noch zu vergrößern", stelle Heise fest. (Ausgabe vom 28.07.2022) (29.07.2022/alc/a/a)
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