Erweiterte Funktionen

Trotz Industriebelebung fällt ifo Geschäftsklima im Januar


28.01.20 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nach drei Monatsanstiegen in Folge musste der ifo Geschäftsklimaindex zum Jahresauftakt 2020 einen Rückgang verkraften, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So sei das Konjunkturbarometer von 96,3 auf 95,9 Punkte zurückgefallen. Ausschlaggebend hierfür sei eine überraschend schwache Beurteilung der zukünftigen Geschäftserwartungen gewesen - der Index der ifo Geschäftslage sei mit 99,1 Punkten (Dezember: 98,9) nahezu unverändert geblieben - die von leicht revidierten 93,9 auf 92,9 Punkte nachgegeben habe. Im Marktkonsens sei dagegen mit einer deutlichen Verbesserung (95,0) gerechnet worden. Vor allem im Dienstleistungs- und im Baugewerbe habe sich die Stimmung bei den Unternehmen spürbar eingetrübt. Demgegenüber scheine sich die Lage im Verarbeitenden Gewerbe langsam wieder zu erholen.

Durch den vierten Anstieg der Geschäftserwartungen in Folge sowie einer kräftigen Verbesserung bei der Beurteilung der Geschäftslage (+5,3 Punkte) sei der Subindex für den Industriesektor auf den höchsten Stand seit sechs Monaten geklettert. Vor diesem Hintergrund steige die Wahrscheinlichkeit, dass die industrielle Rezession in Deutschland spätestens im 1. Quartal 2020 überwunden werden könne und somit in diesem Jahr auch vom Verarbeitenden Gewerbe wieder positive Wachstumsimpulse auf die deutsche Wirtschaft ausgehen könnten. Die Analysten würden für 2020 mit durchschnittlichen BIP-Quartalszuwachsraten von 0,2% rechnen.

Im Zuge der durch die Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus in China bereits negativen Grundstimmung an den Finanzmärkten hätten die im Gesamtbild enttäuschenden Daten zum ifo Geschäftsklima dazu beigetragen, dass die Renditen für 10-jährige Bunds wieder in Richtung -0,40% gefallen seien. (28.01.2020/alc/a/a)