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Treffen der Notenbanker in Jackson Hole: Endlich die Normalisierung?
23.08.17 16:03
SYZ Asset Management
Genf (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbanker der wichtigsten Wirtschafsmächte treffen sich vom 24. bis 26. August in Jackson Hole, im US-Bundestaat Wyoming, für das sogenannte Economic Symposium der Federal Reserve Bank von Kansas City, so die Experten von SYZ Asset Management.
"Wir müssen dieses Treffen und den vielleicht daraus resultierenden Konsens ganz aufmerksam verfolgen", finde Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer und Co-Head of Multi Asset bei SYZ Asset Management.
"Wir erleben gerade eine Zeit, die mit der Phase von 2004 bis 2006 vergleichbar ist. Damals begannen die größten Notenbanken, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Zuvor hatten sie eine extrem entgegenkommende Geldpolitik betrieben, um die Effekte der geplatzten Internetblase zu dämpfen. Der Unterschied zur gegenwärtigen Situation besteht darin, dass das Wachstum heute viel weniger spektakulär ausfällt und das Inflationsrisiko niedriger ist.
Momentan steigen Löhne nur geringfügig, selbst in Volkswirtschaften mit bereits niedrigen Arbeitslosenquoten. Warenpreise schießen dieses Mal auch nicht in die Höhe
Es gibt also nicht viele Argumente, die dafür sprechen, den Geldhahn fester zuzudrehen. Es sei denn, um zuzugeben, dass die extrem akkommodierenden geldpolitischen Maßnahmen immer weniger Wirkung auf die Inflation der Güter- und Dienstleistungspreise haben, aber dafür umso mehr auf Finanzanlagen und Immobilien.
Die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken, gekoppelt mit zu niedrig gehaltenen Leitzinsen, sind ein großes Risiko für die finanzielle Stabilität. Die aktuelle Lage ist mit der Zeit kurz vor der Subprime-Krise vergleichbar, die Anfang der Jahre 2000 wegen (schon zu) niedrigen Zinsniveaus begann.
Die großen Zentralbanker glauben weiterhin, dass die verfügbaren geldpolitischen Instrumente die Macht haben, Inflation zu 'erzeugen' und sie dann bei Bedarf zu steuern. Diese Überzeugung mag in der Vergangenheit gestimmt haben, gilt heute aber nicht mehr.
Deswegen wird es interessant zu sehen, ob das Treffen in Jackson Hole Bewusstsein für die ungünstigen Effekte der aktuellen Geldpolitik schärft und so die Tür zur Normalisierung öffnet. Oder ob Zentralbanker hartnäckig bei ihren akademischen Modellen verharren und damit die Schaffung einer neuen Welle an Börsenumsätzen und Immobilien riskieren werden." (23.08.2017/alc/a/a)
"Wir müssen dieses Treffen und den vielleicht daraus resultierenden Konsens ganz aufmerksam verfolgen", finde Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer und Co-Head of Multi Asset bei SYZ Asset Management.
"Wir erleben gerade eine Zeit, die mit der Phase von 2004 bis 2006 vergleichbar ist. Damals begannen die größten Notenbanken, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Zuvor hatten sie eine extrem entgegenkommende Geldpolitik betrieben, um die Effekte der geplatzten Internetblase zu dämpfen. Der Unterschied zur gegenwärtigen Situation besteht darin, dass das Wachstum heute viel weniger spektakulär ausfällt und das Inflationsrisiko niedriger ist.
Die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken, gekoppelt mit zu niedrig gehaltenen Leitzinsen, sind ein großes Risiko für die finanzielle Stabilität. Die aktuelle Lage ist mit der Zeit kurz vor der Subprime-Krise vergleichbar, die Anfang der Jahre 2000 wegen (schon zu) niedrigen Zinsniveaus begann.
Die großen Zentralbanker glauben weiterhin, dass die verfügbaren geldpolitischen Instrumente die Macht haben, Inflation zu 'erzeugen' und sie dann bei Bedarf zu steuern. Diese Überzeugung mag in der Vergangenheit gestimmt haben, gilt heute aber nicht mehr.
Deswegen wird es interessant zu sehen, ob das Treffen in Jackson Hole Bewusstsein für die ungünstigen Effekte der aktuellen Geldpolitik schärft und so die Tür zur Normalisierung öffnet. Oder ob Zentralbanker hartnäckig bei ihren akademischen Modellen verharren und damit die Schaffung einer neuen Welle an Börsenumsätzen und Immobilien riskieren werden." (23.08.2017/alc/a/a)


