Trauerspiel in Rom - US-Kerninflation steigt


11.10.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die italienische Regierung ist weiterhin nicht willens oder nicht in der Lage, das Vertrauen der Marktteilnehmer zurückzugewinnen, so die Analysten der Helaba.

Die Äußerungen diverser Minister würden nachhaltig zeigen, dass der Kern der Probleme, die mangelnden Produktivitätsfortschritte, nicht erkannt oder zumindest nicht öffentlich benannt werde. Hoffnungen auf eine Reformagenda, hin zu mehr Wachstum, gebe es nicht. Stattdessen werde mit dem Ruf nach Finanzierung der Staatsschulden durch die EZB weiter Zeit verschwendet, die die EZB durch ihre Krisenpolitik erst erkauft habe.

In den USA richte sich der Fokus dieser Tage auf die Inflationsentwicklungen, denn die Wachstumsperspektiven seien solide und der Arbeitsmarkt floriere. Damit einhergehend hätten sich die Zinserwartungen gefestigt. Eine Erhöhung im Dezember erscheine als ausgemachte Sache und auch für das kommende Jahr würden nun mehr als zwei Zinsschritte für möglich erachtet. Die FED suggeriere 2019 derweil drei Schritte und dürfte sich durch ein weiteres Ansteigen der Kerninflation bestätigt sehen.

Heute stehe mit dem Verbraucherpreisindex (CPI) zwar nicht das von der FED bevorzugte Inflationsmaß zur Veröffentlichung an, er gebe aber gute Hinweise auf die Entwicklung des PCE-Deflators. Wichtiger Einflussfaktor beim CPI seien die Energiepreise. Während Benzin zwischenzeitlich billiger gewesen sei, könnte Erdgas diesen Effekt zunichtemachen. Zudem spreche vor allem die sehr starke Stimmung im Servicesektor für einen anhaltenden Druck bei Dienstleistungspreisen. Ein monatliches Plus bei den Kernpreisen wie auch im Gesamtindex im Rahmen der Konsensschätzung erscheine möglich.

Darüber hinaus sollte der Basiseffekt dafür sorgen, dass die Kernjahresrate zulege, die Gesamtjahresrate aber nachgebe. Per saldo würden die Analysten kein Überraschungspotenzial ausmachen. Deshalb aber die Erwartungen zukünftiger FED-Schritte auszupreisen, erschiene den Analysten unangemessen. Indikatoren, die der Teuerung etwas weiter vorauslaufen würden, wie der von der New-York-FED veröffentlichte Index des unterliegenden Inflationsdrucks würden mittelfristig eher für mehr denn für weniger Zinserhöhungen sprechen. (11.10.2018/alc/a/a)