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Teures Öl - was machen die Notenbanken?
15.04.26 10:48
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Im Vergleich zur Situation vor dem Angriff auf den Iran besteht auf dem Weltmarkt eine Unterversorgung von rund 10 Millionen Barrel pro Tag, so Bruno Lamoral, Portfoliomanager Institutional Mandates bei DPAM.
Bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Bestandsabbaus könnte der Ölpreis auf bis zu 160 US-Dollar pro Barrel steigen, sollte die Meerenge von Hormus bis Ende April geschlossen bleiben. Die Auswirkungen würden jedoch weit über Rohöl und Gas hinaus reichen. Besonders empfindlich würden die Märkte für Diesel und Flugkraftstoff reagieren. Petrochemikalien und Düngemittel seien ebenfalls betroffen, wobei die Ammoniak- und Urea-Märkte stark vom Erdgas abhängen würden. Auch die Heliumversorgung, ein wesentlicher Bestandteil der Chipherstellung, sei gestört.
Dieser breit angelegte Schock erhöhe das Risiko von Inflations-Sekundäreffekten. Deshalb hätten Anleihen im aktuellen Umfeld Schwierigkeiten, als sicherer Hafen zu fungieren. Sollte die Disruption anhalten, könnte der Inflationsschock über eine sinkende Nachfrage in einen Wachstumsschock münden. Eine solche stagflationäre Dynamik würde die Zentralbanken zu schwierigen geldpolitischen Kompromissen zwingen.
Bleibe es bei der kürzeren Unterbrechung, würden die Ölpreise allmählich auf ein Niveau um 80 US-Dollar zurückkehren, sobald die Straße von Hormus wieder geöffnet sei. In diesem Fall würden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen überschaubar bleiben. Die USA könnten zu einem disinflationären Boom zurückkehren, Europa würde eine Rezession vermeiden. Sowohl FED als auch EZB hätten Zeit, zu beurteilen, welches Szenario eintrete; die nächsten geldpolitischen Sitzungen seien für Ende April angesetzt. Vorerst würden beide abwarten. Da es sich eher um einen Angebotsschock als um eine nachfragegetriebene Inflation handele, dürften die politischen Entscheidungsträger weniger geneigt sein, die Geldpolitik weiter zu straffen, um eine Inflation zu bekämpfen, die sie nicht direkt steuern könnten. (15.04.2026/alc/a/a)
Bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Bestandsabbaus könnte der Ölpreis auf bis zu 160 US-Dollar pro Barrel steigen, sollte die Meerenge von Hormus bis Ende April geschlossen bleiben. Die Auswirkungen würden jedoch weit über Rohöl und Gas hinaus reichen. Besonders empfindlich würden die Märkte für Diesel und Flugkraftstoff reagieren. Petrochemikalien und Düngemittel seien ebenfalls betroffen, wobei die Ammoniak- und Urea-Märkte stark vom Erdgas abhängen würden. Auch die Heliumversorgung, ein wesentlicher Bestandteil der Chipherstellung, sei gestört.
Dieser breit angelegte Schock erhöhe das Risiko von Inflations-Sekundäreffekten. Deshalb hätten Anleihen im aktuellen Umfeld Schwierigkeiten, als sicherer Hafen zu fungieren. Sollte die Disruption anhalten, könnte der Inflationsschock über eine sinkende Nachfrage in einen Wachstumsschock münden. Eine solche stagflationäre Dynamik würde die Zentralbanken zu schwierigen geldpolitischen Kompromissen zwingen.
Bleibe es bei der kürzeren Unterbrechung, würden die Ölpreise allmählich auf ein Niveau um 80 US-Dollar zurückkehren, sobald die Straße von Hormus wieder geöffnet sei. In diesem Fall würden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen überschaubar bleiben. Die USA könnten zu einem disinflationären Boom zurückkehren, Europa würde eine Rezession vermeiden. Sowohl FED als auch EZB hätten Zeit, zu beurteilen, welches Szenario eintrete; die nächsten geldpolitischen Sitzungen seien für Ende April angesetzt. Vorerst würden beide abwarten. Da es sich eher um einen Angebotsschock als um eine nachfragegetriebene Inflation handele, dürften die politischen Entscheidungsträger weniger geneigt sein, die Geldpolitik weiter zu straffen, um eine Inflation zu bekämpfen, die sie nicht direkt steuern könnten. (15.04.2026/alc/a/a)


