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Tapering: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
24.09.13 16:44
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Ben Bernanke hat es geschafft, die Finanz- und Kapitalmärkte zu überraschen, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Die Ankündigung einer Reduktion der Anleihenankäufe (Tapering) habe schon beinahe als eine ausgemachte Sache gegolten. Bernanke habe die folgenden Gründe geltend gemacht, auf das Tapering vorderhand zu verzichten: Erstens möchte das FED noch weitere Anzeichen der Erholung sehen und zweitens mache es sich Sorgen, dass der starke Zinsanstieg die Konjunktur beinträchtigen könnte. Die 10-jährigen US-Renditen seien seit dem Mai um gut 140 Basispunkte auf ein Niveau von zwischenzeitlich 3% gestiegen.
In den USA seien noch keine Auswirkungen der Zinserhöhungen auf das wirtschaftliche Umfeld auszumachen. Nach nur knapp drei Monaten sei es auch zu früh um beurteilen zu können, inwiefern der Zinsanstieg die Realwirtschaft tangiere. Aber selbst Stimmungsindikatoren würden bisher noch keinen großen Schaden genommen zu haben scheinen. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe sei in den letzten drei Monaten stark angestiegen.
Auch auf dem Häusermarkt sei noch keine Eintrübung des Klimas festzustellen. Das Häusermarktvertrauen liege bei 58 Punkten - dem höchsten Stand seit Ende 2005. Betrachte man die Entwicklung der Finanzbedingungen, so habe eine Reduktion der Risikoprämien den Zinsanstieg bisher kompensiert, wie verschiedene Indikatoren zu den Finanzbedingungen zeigen würden. Keiner zeige eine spürbare Verschlechterung der Konditionen an. Nur im Konsumentenvertrauen zeichne sich eine Abkühlung ab.
Die Aussichten für das vierte Quartal seien ebenfalls intakt. Der US-Wirtschaft komme zugute, dass die fiskalische Belastung durch den Sequester im dritten Quartal ihren Zenit überschritten habe. Das verschaffe den US-Haushalten im vierten Quartal auf der Einkommensseite Luft. Mit diesem robusten Ausblick dürfte der Beginn des Tapering im vierten Quartal nur eine Frage der Zeit sein. Trotzdem werde das FED weiterhin bemüht sein, die Zinsentwicklung im Zaum zu halten. Das Wachstum in den letzten Quartalen sei durch zinssensitive Sektoren wie z.B. dem Immobilienmarkt getragen worden.
Als geeignetes Mittel zur Dämpfung der Renditeerwartungen würden die Analysten eine weitere Präzisierung der Forward Guidance sehen. Diese besage heute, dass ein erster Zinsschritt erst in Frage komme, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5% gefallen sei. Allerdings habe Bernanke an der Pressekonferenz vom letzten Mittwoch betont, dass das FED - selbst nachdem die 6,5%-Marke unterschritten werde - noch geraume Zeit mit einem ersten Zinsanstieg warten könnte.
Die Arbeitslosenquote zeichne heute ein allzu positives Bild des Arbeitsmarktes, da die Quote durch die sinkende Partizipationsrate verzerrt werde. Dieser Verzerrung könnte das FED mit einer Absenkung der Arbeitslosenquote-Schwelle auf 6% entgegentreten um damit die Zinserwartungen auf einem tiefen Niveau zu halten. (24.09.2013/alc/a/a)
Die Ankündigung einer Reduktion der Anleihenankäufe (Tapering) habe schon beinahe als eine ausgemachte Sache gegolten. Bernanke habe die folgenden Gründe geltend gemacht, auf das Tapering vorderhand zu verzichten: Erstens möchte das FED noch weitere Anzeichen der Erholung sehen und zweitens mache es sich Sorgen, dass der starke Zinsanstieg die Konjunktur beinträchtigen könnte. Die 10-jährigen US-Renditen seien seit dem Mai um gut 140 Basispunkte auf ein Niveau von zwischenzeitlich 3% gestiegen.
In den USA seien noch keine Auswirkungen der Zinserhöhungen auf das wirtschaftliche Umfeld auszumachen. Nach nur knapp drei Monaten sei es auch zu früh um beurteilen zu können, inwiefern der Zinsanstieg die Realwirtschaft tangiere. Aber selbst Stimmungsindikatoren würden bisher noch keinen großen Schaden genommen zu haben scheinen. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe sei in den letzten drei Monaten stark angestiegen.
Die Aussichten für das vierte Quartal seien ebenfalls intakt. Der US-Wirtschaft komme zugute, dass die fiskalische Belastung durch den Sequester im dritten Quartal ihren Zenit überschritten habe. Das verschaffe den US-Haushalten im vierten Quartal auf der Einkommensseite Luft. Mit diesem robusten Ausblick dürfte der Beginn des Tapering im vierten Quartal nur eine Frage der Zeit sein. Trotzdem werde das FED weiterhin bemüht sein, die Zinsentwicklung im Zaum zu halten. Das Wachstum in den letzten Quartalen sei durch zinssensitive Sektoren wie z.B. dem Immobilienmarkt getragen worden.
Als geeignetes Mittel zur Dämpfung der Renditeerwartungen würden die Analysten eine weitere Präzisierung der Forward Guidance sehen. Diese besage heute, dass ein erster Zinsschritt erst in Frage komme, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5% gefallen sei. Allerdings habe Bernanke an der Pressekonferenz vom letzten Mittwoch betont, dass das FED - selbst nachdem die 6,5%-Marke unterschritten werde - noch geraume Zeit mit einem ersten Zinsanstieg warten könnte.
Die Arbeitslosenquote zeichne heute ein allzu positives Bild des Arbeitsmarktes, da die Quote durch die sinkende Partizipationsrate verzerrt werde. Dieser Verzerrung könnte das FED mit einer Absenkung der Arbeitslosenquote-Schwelle auf 6% entgegentreten um damit die Zinserwartungen auf einem tiefen Niveau zu halten. (24.09.2013/alc/a/a)


