Erweiterte Funktionen
Steigende Inflation: Sollte sich Powell ein Beispiel an Volcker nehmen?
14.10.22 12:30
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in den USA befindet sich trotz deutlich gestiegener Zinsen weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Jahrzehnten und die bislang getroffenen Maßnahmen der FED scheinen nicht den gewünschten Erfolg zu bringen, so Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX.
Bitcoin kaufen Österreich
Zu stark sei der Einfluss des Krieges in der Ukraine, die weiterhin spürbaren Auswirkungen der Pandemie und nicht zuletzt auch die Situation in China. "Die Globalisierung hat in den vergangenen Jahrzehnten vieles billiger gemacht, doch diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Der Handel mit China ist weiterhin mit den von Donald Trump eingeführten Zöllen belastet, hinzu kommt die strenge No-Covid-Politik des Landes, die immer wieder die fragilen Lieferketten stört und zu einer Knappheit vieler Güter in anderen Teilen der Welt führt. Zudem tragen die Sanktionen gegen den Iran und Russland dazu bei, dass der Ölpreis steigt. Hinzu kommt die letzte Ankündigung Saudi-Arabiens, die Ölproduktion zu drosseln", erkläre Sascha Sadowski.
"Gegen all diese Einflussfaktoren kann die Fed nicht viel ausrichten, daher zeigen ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation nur begrenzten Erfolg. Interessant ist auch, dass die US-Regierung ihrerseits mit ihren Maßnahmen dazu beiträgt, die Inflation weiter zu befeuern, indem sie mehr Geld in den Markt pumpt, z.B. durch weitere Zahlungen, um die Folgen der Pandemie abzufedern, durch staatlich finanzierte Infrastrukturprojekte oder durch den Erlass von Studienkrediten."
Angesichts dieser Entwicklungen wundere es nicht, dass mittlerweile auch Stimmen laut würden, die der FED vorwerfen würden, nicht genug zu tun, um den steigenden Preisen Einhalt zu gebieten. "Natürlich hoffen viele Marktteilnehmer auf die baldige Rückkehr der lockeren Geldpolitik, die in den letzten Jahren die Börsenkurse nach oben getrieben hat. Doch wenn es die FED mit der Bekämpfung der Inflation ernst meint, kann und darf sie jetzt nicht einlenken - im Gegenteil, einige Stimmen fordern sogar bereits, Jerome Powell sollte sich seinen Vorgänger Paul Volcker zum Vorbild nehmen und die Zinsen noch viel stärker anheben. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Umstände in den USA damals andere waren."
Tatsächlich seien auch damals die Ölmärkte in Aufruhr gewesen, doch Präsident Carter und später Ronald Reagan hätten die Ölproduktion im eigenen Land gefördert, anstatt sie immer weiter einzuschränken, wie es derzeit der Fall sei. Außerdem habe die US-Regierung damals die Märkte dereguliert, um Kosten zu senken und den Wettbewerb zu stärken, aktuell gehe der Trend wieder eher in die entgegengesetzte Richtung.
"Hinzu kommen der Klimawandel und die Umstellung auf grüne Energie, Heimarbeit, ein aus dem Gleichgewicht geratener Arbeitsmarkt und die rund drei Billionen US-Dollar Ersparnisse, auf denen amerikanische Haushalte nach den Pandemiejahren sitzen. Um also wirklich Einfluss auf die Entwicklung der Inflation zu nehmen, müsste Powell sogar noch radikaler vorgehen, als es Volcker damals vorgemacht hat. Doch man muss auch die Folgen einer solchen Geldpolitik im Auge behalten: 1980 rutschten die USA in eine Rezession, gleichzeitig stiegen die Zinsen noch ein Jahr lang weiter auf bis zu 19 Prozent. Die Inflation hat Volcker damit besiegt, doch der Preis war hoch und kostete Jimmy Carter die Wahl 1980." (14.10.2022/alc/a/a)
Zu stark sei der Einfluss des Krieges in der Ukraine, die weiterhin spürbaren Auswirkungen der Pandemie und nicht zuletzt auch die Situation in China. "Die Globalisierung hat in den vergangenen Jahrzehnten vieles billiger gemacht, doch diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Der Handel mit China ist weiterhin mit den von Donald Trump eingeführten Zöllen belastet, hinzu kommt die strenge No-Covid-Politik des Landes, die immer wieder die fragilen Lieferketten stört und zu einer Knappheit vieler Güter in anderen Teilen der Welt führt. Zudem tragen die Sanktionen gegen den Iran und Russland dazu bei, dass der Ölpreis steigt. Hinzu kommt die letzte Ankündigung Saudi-Arabiens, die Ölproduktion zu drosseln", erkläre Sascha Sadowski.
Angesichts dieser Entwicklungen wundere es nicht, dass mittlerweile auch Stimmen laut würden, die der FED vorwerfen würden, nicht genug zu tun, um den steigenden Preisen Einhalt zu gebieten. "Natürlich hoffen viele Marktteilnehmer auf die baldige Rückkehr der lockeren Geldpolitik, die in den letzten Jahren die Börsenkurse nach oben getrieben hat. Doch wenn es die FED mit der Bekämpfung der Inflation ernst meint, kann und darf sie jetzt nicht einlenken - im Gegenteil, einige Stimmen fordern sogar bereits, Jerome Powell sollte sich seinen Vorgänger Paul Volcker zum Vorbild nehmen und die Zinsen noch viel stärker anheben. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Umstände in den USA damals andere waren."
Tatsächlich seien auch damals die Ölmärkte in Aufruhr gewesen, doch Präsident Carter und später Ronald Reagan hätten die Ölproduktion im eigenen Land gefördert, anstatt sie immer weiter einzuschränken, wie es derzeit der Fall sei. Außerdem habe die US-Regierung damals die Märkte dereguliert, um Kosten zu senken und den Wettbewerb zu stärken, aktuell gehe der Trend wieder eher in die entgegengesetzte Richtung.
"Hinzu kommen der Klimawandel und die Umstellung auf grüne Energie, Heimarbeit, ein aus dem Gleichgewicht geratener Arbeitsmarkt und die rund drei Billionen US-Dollar Ersparnisse, auf denen amerikanische Haushalte nach den Pandemiejahren sitzen. Um also wirklich Einfluss auf die Entwicklung der Inflation zu nehmen, müsste Powell sogar noch radikaler vorgehen, als es Volcker damals vorgemacht hat. Doch man muss auch die Folgen einer solchen Geldpolitik im Auge behalten: 1980 rutschten die USA in eine Rezession, gleichzeitig stiegen die Zinsen noch ein Jahr lang weiter auf bis zu 19 Prozent. Die Inflation hat Volcker damit besiegt, doch der Preis war hoch und kostete Jimmy Carter die Wahl 1980." (14.10.2022/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


