Erweiterte Funktionen

Statement von Chris Iggo: Zugpferd US-Wirtschaft


23.03.21 10:00
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Aktien schneiden derzeit besser ab als Anleihen, die Renditen steigen und die US-Zinskurve wird steiler, so die Experten von AXA Investment Managers.

Die FED leiste gute Arbeit bei der Verankerung der kurzfristigen Zinserwartungen, auch wenn sich am längeren Ende der Kurve weiterhin der Reflationsboom zeige, meine Chris Iggo, AXA IM CIO Core Investments. Dennoch sei der Anstieg der Renditen wahrscheinlich noch nicht vorbei. Im Folgenden analysiere Chris Iggo, welche Anleihen aktuell attraktiv seien und, warum Anleger Wachstumswerte nicht aufgeben sollten. Der Experte erläutere, warum Anleger die aktuellen Aktienkursanpassungen vielmehr als Schub für die erwarteten Erträge verstehen sollten.

Die Märkte hätten die Reflation fortgesetzt. Daraus resultiere neben einer steileren Renditekurve für US-Staatsanleihen, dass Value-Aktien Wachstumswerte übertreffen und die Rohstoffpreise anziehen würden. Zudem reflektiert die Zinskurve, dass wir bis 2025 erste und möglicherweise sogar mehrere Zinserhöhungen erleben werden, so die Experten von AXA Investment Managers. Demzufolge seien die Renditen seit Jahresanfang um 55 Basispunkte (bps) gestiegen. Folglich würden die Experten derzeit Potenzial bei festverzinslichen Anleihen in US-Dollar sehen.

Zudem würden europäische Investoren heute von stabilen US-Kurzfristzinsen profitieren. Diese würden eine günstige Währungsabsicherung in Euro bieten. Das heiße, dass für Euro-Investoren Anlagen in abgesicherte US-Dollar-Anleihen attraktiver seien als gleichwertige Anlagen auf dem Euro-Markt. Zweifellos befinden wir uns jedoch nach wie vor in einer Welt mit niedrigen Renditen, so die Experten von AXA Investment Managers. Zukünftige Renditen für festverzinsliche Wertpapiere seien im Vergleich zum Jahresanfang aber bereits deutlich interessanter geworden. Zudem würden sich die Renditeaussichten weiter verbessern.

Der Anlegerfokus liege heute überwiegend auf US-Dollar lautenden Anleihen. Die Renditen 10-jähriger Benchmark-Staatsanleihen in Europa seien weniger stark angestiegen, und in vielen Märkten, wie auch in Deutschland und Frankreich, seien die Renditen weiterhin negativ. Ertragschancen würden sich dagegen bei auf US-Dollar lautenden asiatischen Anleihen, ebenso wie bei auf US-Dollar lautenden Schwellenländeranleihen zeigen. Die Rendite eines weithin beachteten Schwellenländer-Schuldenindex liege derzeit bei 5,2 Prozent. Eine wachsende US-Wirtschaft dürfte sich auch positiv auf die Schwellenländer auswirken. Dabei sollten Investoren allerdings potenziell steigende US-Zinsen im Blick behalten. Diese könnten den US-Dollar stärken und eine anziehende Inflation würde auch die Volkswirtschaften der Schwellenländer beeinträchtigen.

Spannend sei am Aktienmarkt derzeit auch das Verhältnis zwischen Wert (Value) und Wachstum (Growth). Der Value-Markt schneide in einem Umfeld steigender Zinsen generell besser ab als der Growth-Markt. Value-Unternehmen wie Finanzwerte, die eher zyklisch seien, würden von den steigenden Zinsen profitieren. Kurzfristig werde das Gewinnwachstum stark sein, was durch die immer noch niedrigen kurzfristigen Zinssätze abgezinst werde. Wachstumswerte mit Gewinnen in der Zukunft würden darunter leiden, dass die Gewinne durch höhere langfristige Zinsen diskontiert würden. Und diese Entwicklung dürfte sich weiter fortsetzen. Für den Hersteller des beliebtesten Mobiltelefons der Welt, werde ein langfristiges Gewinnwachstum von 9,5 Prozent erwartet. Die Experten würden hier weiterhin viel Potenzial für das Portfolio sehen. Die aktuellen Kursanpassungen würden sie mehr als Schub für die längerfristig erwarteten Erträge betrachten. (23.03.2021/alc/a/a)