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Staatsanleiherenditen unter Langfristsätzen des nominalen Wirtschaftswachstums


10.12.12 11:05
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - An den wichtigsten entwickelten Märkten liegen die Staatsanleiherenditen im historischen Vergleich unter den Langfristsätzen des nominalen Wirtschaftswachstums, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Das erkläre sich durch zwei Faktoren: Erstens würden die Erwartungen an das künftige Nominalwachstum weit hinter dem historischen Durchschnitt zurückbleiben. Untrennbar damit verbunden seien die Erwartungen an die mittelfristige Geldpolitik. Doch in den USA lägen die Renditen sogar noch sehr viel niedriger, als selbst bei nüchternster Einschätzung zu erwarten wäre. Den Herbstprognosen des IWF zufolge werde das nominale Wirtschaftswachstum in den USA in den kommenden zwei Jahren bei durchschnittlich 4,3 Prozent liegen. Demgegenüber würden die Zinsen auf zweijährige Treasuries bei mageren 0,6 Prozent dümpeln.

In den anderen großen Industriestaaten sei das Bild ähnlich. Daher höre man häufig das Argument, dass die Renditen an den Staatsanleihemärkten weit unter der erwarteten Zuwachsrate des nominalen BIP lägen und Staatsanleihen somit teuer seien. Doch dass ein Wert teuer sei, reiche allein nicht als Ursache für eine "Bubble". In Nicht-Kernländern lägen die Zinsen für Staatsanleihen bereits deutlich über der erwarteten Zuwachsrate des nominalen BIP. Diese Kluft zwischen teuren und preiswerten Staatsanleihemärkten lasse allgemeine Aussagen über diese Assetklasse nur schwerlich zu. Diese Bewertungsunterschiede im Hinblick auf die Werthaltigkeit von Staatsanleihen würden sich nur durch genaue Analyse erklären lassen. (10.12.2012/alc/a/a)