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Staatsanleihen lohnen sich wieder


28.11.18 12:00
SYZ Asset Management

Genf (www.anleihencheck.de) - Halloween sorgte in diesem Jahr nicht nur bei Kindern für Angst und Schrecken, so die Experten von von SYZ Asset Management.

"Anleger haben einen der beängstigendsten Monate hinter sich, in dem Gestalten wie Donald Trump, Jerome Powell und Matteo Salvini sie das Fürchten lehrten", so Fabrizio Quirighetti, CIO und Head of Multi-Asset bei SYZ, in den aktuellen Asset Allocation Insights.

Der Auslöser für die Marktkorrektur im Oktober sei die plötzliche Rückkehr sicherer Alternativen zu risikoreichen Investments gewesen. Nach einem Jahrzehnt der finanziellen Repression seien zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise die Renditen von US-Treasuries höher als die Inflationsrate. "US-Anleger müssen keine zusätzlichen Risiken mehr eingehen, um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse zu erhalten", so Quirighetti. "Die Rückkehr der Renditen wirkt wie ein starker Magnet, der Mittel aus Anlagen abzieht, die keine ausreichende Kompensation im Vergleich zu einem einfachen Festgeldkonto bieten."

Damit stehe fest: Rezessionsängste seien unnötig. "Der jüngste Abverkauf an den Aktienmärkten könnte durchaus als gesunde Korrektur angesehen werden, die das Gleichgewicht wiederherstellte", beruhige Quirighetti. Zuvor habe die geldpolitische Lockerung Investoren disproportional in risikoreiche Anlagen getrieben. "Vor diesem Hintergrund möchten wir nach wie vor Aktienrisiken in unseren Portfolios halten. Denn die Bewertungen haben sich inzwischen verbessert, die Wachstumsaussichten sind immer noch günstig und die Inflation stellt keine echte Gefahr dar", so der Experte.

Wer sich seiner Sache nicht so sicher sei, sei mit einem Mix aus Gold und gewinnträchtigen liquiden US-Dollar-Anlagen gut bedient. "Dies könnte ein nützliches Gegengewicht zu Aktienrisiken bieten und die Portfoliovolatilität insgesamt reduzieren." Maurice Harari, Senior Portfolio Manager bei SYZ, ergänze: "Wir haben Gold um eine Stufe auf eine "leichte Präferenz" hochgestuft. Gold dürfte jetzt von einem Stagflationsszenario profitieren, ebenso wie von steigenden Inflationserwartungen, falls sich das Wachstum kräftig erholen sollte. Darüber hinaus dient Gold als Absicherung und zur Risikostreuung."

Dennoch: Die Zeit des gleichmäßigen globalen Wirtschaftswachstums sei vorbei. "Das globale Wachstumsbild wird zunehmend polarisiert", sage Adrien Pichoud, Chief Economist und Portfoliomanager bei SYZ. "Auf der einen Seite steht das robuste Wachstum in den Industriestaaten, das auf der festen Binnennachfrage basiert. Auf der anderen Seite steht die nachlassende Wachstumsdynamik in den Schwellenländern. Hier wirken sich die Verlangsamung des Handels und der stärkere US-Dollar belastend aus." (28.11.2018/alc/a/a)