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Staatsanleihen aus dem Euroraum bevorzugt - US-High-Yield-Papiere hoch im Kurs


28.10.14 11:36
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Im Euroraum macht sich Ernüchterung breit: Die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine, die nicht enden wollende Rezession in Italien und der ausbleibende Anstieg der Unternehmensgewinne haben in diesem Jahr zu einem enttäuschenden Wirtschaftswachstum und gedämpfter Anlegerstimmung geführt, so die Experten von AXA Investment Managers.

"Wir senken unsere Wachstumserwartungen für 2015 von 1,4 auf 0,8 Prozent", so Franz Wenzel, Leiter Anlagestrategie bei AXA IM, und das Team für Research und Strategie in der aktuellen Publikation "Investmentstrategie". Vor allem der Abschwung in Deutschland falle offenbar stärker aus als erwartet. "Die deutsche Wirtschaft ist sehr export- und industrielastig. Auch wenn der schwächere Euro eine Rezession verhindern dürfte, rechnen wir frühestens Mitte 2015 mit einem deutlichen Aufschwung", würden die Volkswirte schreiben. "Die Europäische Zentralbank (EZB) muss sich endlich zum Quantitative Easing entschließen und die Fiskalpolitik muss wachstumsfreundlicher werden", würden sie fordern.

Ganz anders sehe es auf der anderen Seite des Atlantiks aus. Aufgrund der guten Investitions- und Konsumaussichten hätten die Volkswirte von AXA IM die Wachstumsprognose 2015 für die USA von 2,5 auf 2,7 Prozent angehoben. Wenzel: "Die Knappheit am Arbeitsmarkt dürfte die FED zu einer ersten Zinsanhebung Mitte 2015 bewegen. Allerdings könnten der stärkere US-Dollar und niedrigere Energiepreise den Zinsschritt hinauszögern."

Aufgrund der insbesondere im Euroraum erwarteten längeren Stagnation würden die Anlagestrategen von AXA IM ihre Kurzfristempfehlung anpassen. Statt Aktien überzugewichten, würden sie nun zu einer neutraleren Positionierung raten. An ihrer Empfehlung, Renten unterzugewichten, würden sie dagegen festhalten.

"Im Aktienbereich raten wir jetzt dazu, Japan überzugewichten. Japanische Aktien sind momentan attraktiv bewertet, das Kurs/Gewinn-Verhältnis und das Kurs/Buchwert-Verhältnis sind niedriger als in den USA und in Europa. Außerdem steigt die Lohninflation in Japan - eine wichtige Voraussetzung für eine höhere Binnennachfrage und ein Ende der Deflation." Die Emerging Markets außerhalb Asiens sollten Anleger jedoch untergewichten: "Wenn der erste Zinsschritt der FED naht, werden Mittelabflüsse hier wahrscheinlicher", so die Experten.

Bei Staatsanleihen würden sie weiterhin den Euroraum gegenüber den USA bevorzugen. Bei Unternehmensanleihen würden sie auf Investmentgrade-Titel aus dem Euroraum und High-Yield-Bonds aus den USA setzen: "Die anhaltenden Mittelabflüsse könnten Euro-denominierte Hochzinspapiere weiter unter Druck setzen, in den USA scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Hier sprechen das höhere Wachstum und die allmählich steigenden Staatsanleiherenditen eher für High-Yield-Anleihen als für langlaufende Investmentgrade-Papiere", würden Wenzel und das Team für Research und Strategie erläutern. (Ausgabe vom 17.10.2014) (28.10.2014/alc/a/a)