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Staatsanleihen als sichere Häfen wieder gefragt
25.02.22 08:45
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Rentenmärkte stehen gänzlich unter dem Eindruck des gestrigen (24.02.) Angriffs russischen Militärs auf die Ukraine, so Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der Hamburg Commercial Bank.
Gesucht gewesen seien besonders deutsche Bunds, abzulesen an dem Renditerückgang im zehnjährigen Laufzeitsegment auf 0,15%. Am Dienstag habe die Rendite fast doppelt so hoch gelegen. Bei den US-Pendants sei ebenfalls ein Rückgang der Renditen auf 1,91% zu beobachten, nachdem erst vorgestern in der Spitze 2,0% erreicht worden sei. Begleitet werde der Renditerückgang von einem Einbruch an den Aktienmärkten weltweit, der die "risk-off"-Stimmung unterstreiche. In der Tat sei das Umfeld für Unternehmen durch den jetzt ausgebrochenen Krieg deutlich schlechter geworden, da die Preise für Erdöl und Erdgas massiv steigen und damit die Kosten für die meisten Unternehmen erhöhen würden, während gleichzeitig die Kaufkraft der privaten Haushalte durch die höheren Energiekosten in Mitleidenschaft gezogen werde. Der Preis für Erdöl der Sorte Brent sei nunmehr deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen und die Erdgaspreise hätten gestern Morgen rund 20% höher als am Vortag gelegen.
Unter normalen Umständen könnte man darauf setzen, dass die Notenbanken angesichts der zu erwartenden Wachstumseintrübung und des Risikos, dass die Finanzmärkte in eine Abwärtsspirale kämen, stützend eingreifen würden. Angesichts der hohen Inflation sei dieser Spielraum derzeit jedoch beschränkt. Sollte es an den Finanzmärkten tatsächlich zu einem besorgniserregenden Einbruch kommen - derzeit sind wir davon noch weit entfernt - dürften sich die Notenbanken über Inflationsbedenken hinwegsetzen und mit Liquiditätsspritzen die Märkte wieder stützen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden bislang noch davon ausgehen, dass die EZB in diesem Jahr eine erste Zinsanhebung unternehmen werde und bis zu vier Zinsschritte im kommenden Jahr durchgeführt würden. Die Jahresrate der Inflation werde trotz dieser Maßnahmen aller Voraussicht nach über 3% bleiben (im Januar habe sie bei 5,1% gelegen). Die US-Notenbank sei in einer etwas anderen Situation, da vor allem die Erdgaspreise nicht so stark steigen dürften, angesichts der geografischen Segmentierung der Märkte und der hohen Erdgasförderung in den USA. Der negative Konjunktureffekt sollte daher geringer ausfallen. Entsprechend könnte die US-Notenbank an ihrem Drehbuch festhalten und mindestens fünf Zinsanhebungen in diesem Jahr durchführen. Näheres dazu werde man möglicherweise am 02.03 und 03.03. erfahren, wenn Jerome Powell vor dem Kongress spreche.
Datenseitig sei auf eine ganze Reihe von PMI-Indikatoren zu achten, jenseits der bereits veröffentlichten Schnellschätzungen (vor allem am 01.03. und am 03.03.). Wichtig werde dann die Schnellschätzung der Inflation für die Eurozone sein (02.03.) sowie die US-Arbeitsmarktdaten am 04.03. Diese Daten dürften aber größtenteils überlagert werden von dem Russland-Ukraine-Konflikt. (Ausgabe vom 24.02.2022) (25.02.2022/alc/a/a)
Gesucht gewesen seien besonders deutsche Bunds, abzulesen an dem Renditerückgang im zehnjährigen Laufzeitsegment auf 0,15%. Am Dienstag habe die Rendite fast doppelt so hoch gelegen. Bei den US-Pendants sei ebenfalls ein Rückgang der Renditen auf 1,91% zu beobachten, nachdem erst vorgestern in der Spitze 2,0% erreicht worden sei. Begleitet werde der Renditerückgang von einem Einbruch an den Aktienmärkten weltweit, der die "risk-off"-Stimmung unterstreiche. In der Tat sei das Umfeld für Unternehmen durch den jetzt ausgebrochenen Krieg deutlich schlechter geworden, da die Preise für Erdöl und Erdgas massiv steigen und damit die Kosten für die meisten Unternehmen erhöhen würden, während gleichzeitig die Kaufkraft der privaten Haushalte durch die höheren Energiekosten in Mitleidenschaft gezogen werde. Der Preis für Erdöl der Sorte Brent sei nunmehr deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen und die Erdgaspreise hätten gestern Morgen rund 20% höher als am Vortag gelegen.
Die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden bislang noch davon ausgehen, dass die EZB in diesem Jahr eine erste Zinsanhebung unternehmen werde und bis zu vier Zinsschritte im kommenden Jahr durchgeführt würden. Die Jahresrate der Inflation werde trotz dieser Maßnahmen aller Voraussicht nach über 3% bleiben (im Januar habe sie bei 5,1% gelegen). Die US-Notenbank sei in einer etwas anderen Situation, da vor allem die Erdgaspreise nicht so stark steigen dürften, angesichts der geografischen Segmentierung der Märkte und der hohen Erdgasförderung in den USA. Der negative Konjunktureffekt sollte daher geringer ausfallen. Entsprechend könnte die US-Notenbank an ihrem Drehbuch festhalten und mindestens fünf Zinsanhebungen in diesem Jahr durchführen. Näheres dazu werde man möglicherweise am 02.03 und 03.03. erfahren, wenn Jerome Powell vor dem Kongress spreche.
Datenseitig sei auf eine ganze Reihe von PMI-Indikatoren zu achten, jenseits der bereits veröffentlichten Schnellschätzungen (vor allem am 01.03. und am 03.03.). Wichtig werde dann die Schnellschätzung der Inflation für die Eurozone sein (02.03.) sowie die US-Arbeitsmarktdaten am 04.03. Diese Daten dürften aber größtenteils überlagert werden von dem Russland-Ukraine-Konflikt. (Ausgabe vom 24.02.2022) (25.02.2022/alc/a/a)


