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Staatsanleihen: Renditeabschwung setzt sich fort


03.02.20 10:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die hohe Nachfrage nach risikofreien Anlagen führte zu deutlich rückläufigen Renditen an den Staatsanleihemärkten, so die Experten von Union Investment.

Die deutsche Zinsstrukturkurve habe etwas flacher tendiert, die Verzinsung sei bei den langen Laufzeiten um bis zu zehn Basispunkte gefallen. Am US-Staatsanleihemarkt habe sich die Kurve um bis zu zwölf Basispunkte nach unten verschoben.

Darüber hinaus habe der italienische Staatsanleihemarkt fester tendiert. Nach dem Sieg der PD bei den Regionalwahlen am vergangenen Wochenende seien italienische Staatspapiere gefragt gewesen. Die Zehnjahresrendite sei dort wieder unter die Ein-Prozentmarke (0,93 Prozent per Freitagmittag) gefallen. Der Renditeaufschlag (Spread) zu Bundesanleihen habe sich in der Berichtswoche vom 27. bis 31. Januar 2020 um deutliche 22 Basispunkte eingeengt.

Ein weiteres Thema sei Griechenland gewesen, dessen Rating um einen Notch auf BB heraufgestuft worden sei. Die in der Berichtswoche anstehende Platzierung einer Anleihe mit 15 Jahren Laufzeit habe sich vor diesem Hintergrund als voller Erfolg gezeigt. Neue Papiere im Gegenwert von 2,5 Milliarden Euro hätten im Orderbuch eine Nachfrage von 19 Milliarden Euro erzeugt. Zwei Drittel der Emission seien an Kapitalanlagegesellschaften gegangen. Rekordverdächtig sei in der Berichtswoche auch ein neuer Bond aus Frankreich gewesen. Die 2052 fällige Anleihe im Volumen von fünf Milliarden Euro habe mit mehr als 38 Milliarden Euro eine nahezu achtfache Überzeichnung erzielt. Dies habe ebenso für Österreich gegolten: Zehnjahrespapiere im Umfang von drei Milliarden Euro hätten eine zehnfache Nachfrage im Orderbuch hervorgerufen - ein Rekord für Anleihen des Alpenstaates. Der europäische Gesamtmarkt (iBoxx Sovereigns) habe, insbesondere durch Anleihen aus Deutschland und Italien, per Börsenschluss am Donnerstagabend mit einem Prozent deutlich zugelegt.

Die Neuemissionstätigkeit bei Unternehmens- und Emerging Markets (EM)-Anleihen sei stark rückläufig gewesen. Beide Märkte hätten durch die abwärts gerichtete Zinsbewegung leicht hinzugewinnen können. Die Spreads hätten sich hingegen, vor allem an den EM-Rentenmärkten, ausgeweitet. Mit 312 Basispunkten Renditeaufschlag am Donnerstagabend sei wieder die 300-Marke nach oben durchbrochen worden. (Ausgabe vom 31.01.2020) (03.02.2020/alc/a/a)