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Staatsanleihen: Kurzfristig neutral, mittelfristig untergewichten
21.11.13 11:55
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Seit dem Sommer waren die amerikanischen Staatsanleiherenditen (und damit auch die internationalen) alles andere als stabil, so die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM).
Es scheine eine Ewigkeit her zu sein, seit sie Anfang September die 3%-Marke erreicht hätten. Die Kombination aus einem unerwartet späten Tapering und dem Ende des Government Shutdowns habe die Renditen wieder auf 2,5% gedrückt.
Diese Schwankungen würden aber nichts an der Normalisierung ändern, die 2013 eingesetzt habe. Sie sei nur kurzfristig unterbrochen worden. Die Experten würden jetzt erwarten, dass die FED im 1. Quartal 2014 beginne, die Anleihekäufe zurückzuführen, auf der Grundlage eines besseren Konjunkturausblicks für das neue Jahr. Daher würden die Experten auch ihre Untergewichtung von Staatsanleihen aus den USA (und anderen Kernländern) mittelfristig beibehalten.
Der Kurzfristausblick sei hingegen problematischer. Die FED werde sich weiterhin stark an der Datenlage orientieren. Unerwartet gute Konjunkturdaten im November und Dezember könnten die amerikanische Notenbank bereits im Dezember zum Handeln bewegen, sodass die Renditen bis zum Jahresende deutlich gestiegen seien.
Bei Redaktionsschluss seien die Experten allerdings der Ansicht gewesen, dass zwei Dinge gegen einen massiven Renditeanstieg sprechen würden. Erstens dürfte das Konjunkturbild, vorsichtig formuliert, uneinheitlich bleiben. Die Arbeitsmarktdaten und damit auch das Verbrauchervertrauen dürften eher schwach ausfallen, was für eine schwächere Konjunktur insgesamt spreche. Zweitens würden die Experten einen erneuten Government Shutdown im Januar keineswegs für ausgeschlossen halten.
Die Staatsausgaben seien bis zum 15. Januar gedeckt und der Haushaltsausschuss habe jetzt die Aufgabe, bis zum 13. Dezember einen parteiübergreifenden Kompromiss zu finden. Die nach wie vor bestehenden Risiken könnten durchaus Zweifel an der Konjunkturerholung nähren.
Das Tapering könnte dann weiter verschoben werden und würde anders als von der Mehrheit der Marktteilnehmer (und auch von den Experten) erwartet nicht im März 2014 beginnen. Zusammen könnte all dies zur Folge haben, dass die amerikanische Zehnjahresrendite (anders als erwartet) zum Jahresende noch nicht einmal 2,5% betrage.
Was also tun? Zurzeit spreche alles für eine neutrale Gewichtung. Die Experten würden aber unter zwei Bedingungen wieder zu einer Untergewichtung übergehen: Zum einen wenn die Langfristrenditen wieder deutlich unter 2,5% fallen oder zum anderen wenn die Haushaltsprobleme rechtzeitig gelöst werden.
Die Strategie der Experten für deutsche Bundesanleihen hänge zumindest teilweise von der Entwicklung in den USA ab. Angesichts des negativeren Konjunkturausblicks für den Euroraum und der zweifellos noch immer vorhandenen politischen Risiken würden die Experten aber keinen Grund sehen, bereits jetzt zu einer unterdurchschnittlichen Duration zu wechseln.
Da die systemischen Risiken abnehmen würden, hätten sich die Peripherieländerspreads stark verengt. Viele gute Nachrichten würden jetzt in den Spreads berücksichtigt zu sein scheinen, insbesondere in den spanischen und irischen.
Damit die Spreads auf breiter Front weiter zurückgehen würden, wären aber insbesondere aus Italien weitere gute Nachrichten nötig. Zwar würden die Experten auch in Südeuropa mit Fortschritten rechnen, aber nicht mit einer wirklich raschen Verbesserung. Alles in allem würden die Experten an ihrer neutralen Einschätzung der Peripherieländer festhalten. (Ausgabe November 2013) (21.11.2013/alc/a/a)
Es scheine eine Ewigkeit her zu sein, seit sie Anfang September die 3%-Marke erreicht hätten. Die Kombination aus einem unerwartet späten Tapering und dem Ende des Government Shutdowns habe die Renditen wieder auf 2,5% gedrückt.
Diese Schwankungen würden aber nichts an der Normalisierung ändern, die 2013 eingesetzt habe. Sie sei nur kurzfristig unterbrochen worden. Die Experten würden jetzt erwarten, dass die FED im 1. Quartal 2014 beginne, die Anleihekäufe zurückzuführen, auf der Grundlage eines besseren Konjunkturausblicks für das neue Jahr. Daher würden die Experten auch ihre Untergewichtung von Staatsanleihen aus den USA (und anderen Kernländern) mittelfristig beibehalten.
Der Kurzfristausblick sei hingegen problematischer. Die FED werde sich weiterhin stark an der Datenlage orientieren. Unerwartet gute Konjunkturdaten im November und Dezember könnten die amerikanische Notenbank bereits im Dezember zum Handeln bewegen, sodass die Renditen bis zum Jahresende deutlich gestiegen seien.
Bei Redaktionsschluss seien die Experten allerdings der Ansicht gewesen, dass zwei Dinge gegen einen massiven Renditeanstieg sprechen würden. Erstens dürfte das Konjunkturbild, vorsichtig formuliert, uneinheitlich bleiben. Die Arbeitsmarktdaten und damit auch das Verbrauchervertrauen dürften eher schwach ausfallen, was für eine schwächere Konjunktur insgesamt spreche. Zweitens würden die Experten einen erneuten Government Shutdown im Januar keineswegs für ausgeschlossen halten.
Das Tapering könnte dann weiter verschoben werden und würde anders als von der Mehrheit der Marktteilnehmer (und auch von den Experten) erwartet nicht im März 2014 beginnen. Zusammen könnte all dies zur Folge haben, dass die amerikanische Zehnjahresrendite (anders als erwartet) zum Jahresende noch nicht einmal 2,5% betrage.
Was also tun? Zurzeit spreche alles für eine neutrale Gewichtung. Die Experten würden aber unter zwei Bedingungen wieder zu einer Untergewichtung übergehen: Zum einen wenn die Langfristrenditen wieder deutlich unter 2,5% fallen oder zum anderen wenn die Haushaltsprobleme rechtzeitig gelöst werden.
Die Strategie der Experten für deutsche Bundesanleihen hänge zumindest teilweise von der Entwicklung in den USA ab. Angesichts des negativeren Konjunkturausblicks für den Euroraum und der zweifellos noch immer vorhandenen politischen Risiken würden die Experten aber keinen Grund sehen, bereits jetzt zu einer unterdurchschnittlichen Duration zu wechseln.
Da die systemischen Risiken abnehmen würden, hätten sich die Peripherieländerspreads stark verengt. Viele gute Nachrichten würden jetzt in den Spreads berücksichtigt zu sein scheinen, insbesondere in den spanischen und irischen.
Damit die Spreads auf breiter Front weiter zurückgehen würden, wären aber insbesondere aus Italien weitere gute Nachrichten nötig. Zwar würden die Experten auch in Südeuropa mit Fortschritten rechnen, aber nicht mit einer wirklich raschen Verbesserung. Alles in allem würden die Experten an ihrer neutralen Einschätzung der Peripherieländer festhalten. (Ausgabe November 2013) (21.11.2013/alc/a/a)


