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Staatsanleihe-Renditen unverändert


25.05.21 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den als sicher geltenden Staatsanleihenmärkten in Deutschland und in den USA erfolgte in der Berichtswoche vom 17. bis 21. Mai 2021 eine parallele Bewegung zu den Aktienbörsen, so die Experten von Union Investment.

Auf Kursverluste sei eine Erholung gefolgt. Sowohl die US- als auch die deutsche Zinsstrukturkurve seien gegenüber dem Vorwochenschluss letztlich nahezu unverändert gewesen. In der Euro-Peripherie habe sich im Verlauf der Berichtswoche eine freundliche Stimmung durchgesetzt, sodass die Renditeaufschläge (Spreads) gegenüber deutschen Bundesanleihen zusammengelaufen seien. Somit hätten die aufgelaufenen Verluste auf Gesamtmarktebene (iBoxx Euro Sovereign-Index) bis Freitagmorgen zumindest egalisiert werden können.

Aber es habe auch Moll-Töne am Anleihemarkt gegeben. Dass dieser derzeit alles andere als euphorisch einzuschätzen sei, habe in der Berichtswoche das Land Nordrhein-Westfalen zu spüren bekommen. Die angekündigte nachhaltige Doppeltranche mit zehn und 20 Jahren Laufzeit sei kurz nach ihrer Ankündigung verschoben worden. Neue Anleihen seien daher zurzeit mitnichten Selbstläufer. Die EU habe zuvor aber recht erfolgreich in der Berichtswoche zwei Sure-Anleihen zur Finanzierung von Covid-19 bedingten Kurzarbeiterprogrammen mit Laufzeiten über acht sowie 25 Jahren platziert. Die Papiere im Gesamtumfang von 14 Milliarden Euro hätten eine Nachfrage von knapp 90 Milliarden hervorgerufen. Darüber hinaus hätten von Staatsseite her Spanien und Frankreich neue Anleihen emittiert.

In der neuen Handelswoche sei die Anzahl der Konjunkturdaten sehr überschaubar. Neben dem ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, der im Mai etwas höher erwartet werde, sei am Freitag der US-Preisindex für Konsumausgaben von größerer Bedeutung. Auf Letzteren werde vor allem die US-Notenbank FED schauen, da dieser das von ihr bevorzugte Inflationsmaß darstelle. Nach den vor kurzem veröffentlichten CPI-Daten dürfte auch hier ein starker Anstieg nicht überraschen. Die FED dürfte auch hier geldpolitisch stillhalten, das Marktvertrauen hinsichtlich der Preisentwicklung sich aber weiterhin auf eher dünnem Eis bewegen. (Ausgabe vom 21.05.2021) (25.05.2021/alc/a/a)