Erweiterte Funktionen

Spread-Verengung zwischen EWU-Peripherie- und Bundesanleihen


15.01.13 12:32
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Einer der derzeit wichtigsten Trends am Anleihemarkt ist der Rückgang der Spreads zwischen Papieren von der EWU-Peripherie einerseits und Bundesanleihen andererseits, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Diese Entwicklung habe im vergangenen Sommer eingesetzt, als EZB-Präsident Mario Draghi versprochen habe, alles zu tun, um den Euro zu retten. Anlegern stelle sich nun die Frage, wie weit diese Spread-Verengung noch gehen könne. Eine ähnliche Spread-Verengung habe bereits im Vorfeld der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion im Jahr 1999 stattgefunden. Seinerzeit seien die Risikoaufschläge so sehr geschrumpft, dass es renditemäßig kaum mehr einen Unterschied zwischen Papieren wie etwa italienischen und deutschen Staatsanleihen gegeben habe. Zwar würden sich die Renditeniveaus immer noch deutlich unterscheiden, doch hätten sie sich sehr viel stärker angenähert, als dies noch vor einem Jahr der Fall gewesen sei.

Zehnjährige italienische Staatsanleihen würden immer noch 2,6 Prozent höher als Bundesanleihen rentieren; auf spanische Papiere würden um 3,38 Prozent höhere Zinsen gezahlt. Die aktuellen Markttrends und Investmentströme würden nahe legen, dass man eine Wiederholung der Vergangenheit - also eine weitere Spread-Einengung - erwarte. Danach könnten die Renditeaufschläge in Italien um weitere 200 bis 240 Basispunkte und in Spanien um bis zu 300 Punkte gegenüber Bundesanleihen fallen. Angesichts der nunmehr über zwei Jahre währenden Krise und der deutlichen Verschlechterung von Haushaltssalden und Schuldensituation stelle sich indes die Frage: Gehe die Entwicklung in Europa in die richtige Richtung, um einer erneuten Annäherung der Spreads den Weg zu ebnen, oder weil die Anleger jetzt verstärkt ins Hochrisikosegment drängen würden? (15.01.2013/alc/a/a)