Spielverderber Inflation


15.04.24 15:24
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der direkte Angriff des Irans auf Israel wird von den Märkten nicht als Auftakt zu einem Flächenbrand im Nahen Osten gesehen, allerdings bleiben die Risiken hierfür unzweifelhaft vorhanden, so die Analysten der DekaBank.

Und so seien es vor allem die US-Inflationszahlen gewesen, die den Aktienmärkten zuletzt etwas die Laune verdorben hätten. Bei Raten, die um einen bis zwei Prozentpunkte höher lägen als das Zwei-Prozent-Ziel der Geldpolitik könne die US-Notenbank FED die Leitzinsen nicht so senken, wie sie es eigentlich vorgehabt habe. Ein erster Zinsschritt der FED werde jetzt von den Märkten frühestens für September statt bislang für Juni 2024 erwartet. Es könnte womöglich der einzige in diesem Jahr bleiben.

Hierzulande seien die Inflationsverhältnisse nicht ganz so angespannt wie in den USA. Dementsprechend habe Präsidentin Lagarde beim Treffen des Zentralbankrats der Europäischen Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag die Kapitalmärkte weiterhin auf einen Abwärts-Zinsschritt im Juni eingestellt, im Herbst könnte ein zweiter folgen.

Beim Timing der Zinsschritte sei die EZB nicht von der Geldpolitik der FED abhängig. Der Wechselkurs habe nicht mehr die Bedeutung früherer Jahre. Wenn die Konjunkturunterschiede zwischen Europa und den USA so groß seien wie gegenwärtig, dann könne auch die Geldpolitik temporär unterschiedliche Wege gehen.

Die Aktienmärkte hätten etwas verschnupft reagiert, seien doch Zinssenkungen ein fester Programmpunkt im gegenwärtigen Kursaufschwung gewesen. Solange allerdings die geldpolitischen Erleichterungen nur verschoben seien, würden die Marktreaktionen wohl nicht über die ohnehin fällige Kurskonsolidierung hinausgehen. Denn mit der weiterhin kräftigen Konjunkturentwicklung und den erwarteten stabilen Unternehmensergebnissen stehe eine weitere Säule der Aktienmärkte nach wie vor ziemlich fest. Weitere Einblicke in die Unternehmenswelt gewähre in dieser Woche die laufende US-Berichtssaison. (15.04.2024/alc/a/a)