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Spanische Staatsanleihen enttäuschende Auktion


10.04.12 13:24
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Mit der enttäuschenden Auktion spanischer Staatsanleihen vergangene Woche meldeten sich auch die Euro-Sorgen zurück, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Spanien habe vergangene Woche seine Haushaltspläne veröffentlicht: Das Land habe sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und wolle sein Haushaltsdefizit auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken. Mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen solle die Zentralregierung maßgeblich zu diesem Ziel beitragen, aber auch die autonomen Regionen müssten sich bei der Aufnahme von Krediten erheblich einschränken. Unklar sei indes, wie diese Pläne konkret umgesetzt werden sollten. Die positive Wirkung des letzten Long Term Refinancing Operation (LTRO) habe mittlerweile nachgelassen, daher seien spanische Banken jetzt möglicherweise weniger bereit, bei jeder Auktion in großem Stil spanische Anleihen zu zeichnen.

Bisher seien ausländische Investoren in diesem Jahr mit spanischen und italienischen Schuldverschreibungen recht erfolgreich gewesen. In erster Linie bestehe das Interesse aber wohl an Gewinnmitnahmen und weniger an einem erneuten Engagement an den Staatsanleihemärkten der Euro-Peripherie. Infolgedessen hätten sich die Spreads auf spanische Staatsanleihen deutlich ausgeweitet und seien gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen von 300 BP Anfang März auf 390 BP gestiegen. Im November habe der Spread bei 450 BP - das entspreche einer Rendite von knapp 6,75 Prozent - seinen Höchststand erreicht.

Sollten die Risikoaufschläge wieder auf dieses Niveau schnellen, weil die Haushaltspläne den Markt nicht überzeugen würden, so könnte leicht der Eindruck entstehen, Spanien müsse für seine Finanzierung auf den erst kürzlich aufgestockten "Firewall"-Fonds zurückgreifen. Das würde zwangsläufig zu Risikoaversion und weiteren Maßnahmen der Quantitativen Lockerung (QE) führen. Man könne nur hoffen, dass die Europäer dazugelernt hätten. Spanien verfüge glücklicherweise über etwas Spielraum, da das Land einen Gutteil seines diesjährigen Finanzbedarfs bereits vorfinanziert habe. Außerdem weise Spanien einen niedrigeren Verschuldungsgrad auf als viele andere Länder Europas. Aber das Land brauche Wachstum ebenso wie den politischen Willen zur Umsetzung einer Haushaltsreform.

Überdies sei kurzfristig mit Unterstützung durch die geldpolitischen Instanzen zu rechnen, so zum Beispiel durch Erwerb spanischer Anleihen im Rahmen des Securities Markets Program ("SMP"). Doch die Probleme an der Euro-Peripherie würden sich nicht so schnell in Wohlgefallen auflösen. Die zunehmende heimische Orientierung der europäischen Anleihemärkte gebe ebenfalls Grund zur Sorge, da sie die Beziehung zwischen Staat und Banken weiter zementiere. Das Ausfallrisiko staatlicher Kreditnehmer bleibe daher im Rahmen von Rentenportfolios ein unberechenbarer Risikofaktor. Die Experten würden also weiterhin vorzugsweise auf ein gut diversifiziertes Portfolio von Unternehmensanleihen setzen. (10.04.2012/alc/a/a)