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Solides erstes Halbjahr für CoCo-Anleihen


16.07.25 11:30
Swisscanto

Zürich (www.anleihencheck.de) - Zwar erlebten wir ein ereignisreiches 2. Quartal 2025 in Bezug auf den Handelskrieg und geopolitische Risiken, so Daniel Björk, Senior Portfoliomanager von Swisscanto LUX Fixed Income-Fonds.

Diese Ereignisse hätten aber kaum Spuren mit Blick auf die Entwicklung der Finanzanlagen gezeigt. Die US-Aktienmärkte, namentlich der S&P 500, hätten ein starkes Quartal mit einem Plus von 10,6% verzeichnet, während sich europäische Aktien (EURO STOXX 50) mit einem Anstieg von 1,1% moderater entwickelt hätten. Die Renditen von Staatsanleihen hätten sich im Quartalsverlauf uneinheitlich gezeigt. So sei die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte (Bp) gestiegen, während die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen um 13 Bp zurückgegangen sei.

Das günstige Umfeld für CoCo-Anleihen habe im Quartalsverlauf zu einem Rückgang der optionsbereinigten Kreditspreads des Referenzindex (ICE BofA Contingent Capital Index) um 19 Bp auf 276 Bp und zu einer positiven Gesamtrendite von 2,64% (in EUR abgesichert) geführt. Damit stehe ein solides erstes Halbjahr für CoCo-Anleihen in den Büchern. Insgesamt seien im Quartalsverlauf 18 neue CoCo-Anleihen emittiert worden. Im Primärmarkt habe wie auch im Vorquartal viel Aktivität geherrscht. Insgesamt seien 30 neue AT1-Anleihen von Banken und RT1-Anleihen von Versicherungen emittiert worden. Zu den Emittenten hätten nationale Marktführer in EUR (Axa, Intesa, Santander), in GBP (Barclays) und in USD (BNP, HSBC) sowie kleinere Emittenten (Bankinter, Piraeus, Sabadell) gezählt.

Man bleibe hinsichtlich des CoCo-Markts optimistisch. Im Basisszenario gehe man von einem weiterhin günstigen makroökonomischen Umfeld mit niedrigem, aber positivem Wachstum aus. Bei den Zinsen bestehe das Potenzial für eine Senkung des Leitzinses durch die EZB sowie für eine stimulierende Fiskalpolitik, nicht zuletzt in Deutschland, was zu steileren Zinskurven führen könnte. Eine steilere Zinskurve sei in der Regel positiv für die Bankgewinne und könnte auch die Nachfrage nach höher verzinslichen Anleihen wie CoCos stützen.

Fundamental sehe man den europäischen Bankensektor in einer guten Verfassung: Er weise solide Gewinne und Bilanzen auf und sei nicht direkt von den Handelskonflikten (Zöllen) betroffen. Angesichts dessen und der nach wie vor attraktiven Renditen rechne man mit einer anhaltenden Nachfrage nach CoCo-Anleihen. Die aktuellen Renditen von CoCos lägen weiterhin über dem Niveau, das eine starke langfristige Performance (10+ Jahre) ermöglicht habe. Darüber hinaus würden die Kreditspreads die soliden Fundamentaldaten des Bankensektors reflektieren. (16.07.2025/alc/a/a)