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Sind Lokalwährungsanleihen aus den Emerging Markets noch attraktiv?


31.08.23 09:30
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Auf Indexebene ist der Abstand zwischen den Renditen von Schwellenländeranleihen in Lokalwährung und den globalen aggregierten Anleiherenditen auf das Niveau von vor der Finanzkrise zurückgegangen. Michaël Vander Elst, Portfolio Manager von Degroof Petercam AM (DPAM), analysiert, warum das so ist und ob diese Anlageklasse trotzdem noch attraktiv ist.

Grundsätzlich hätten die immer noch hohen Zinsen in den Industrieländern bei gleichzeitig rückläufigen Zinsen in den Schwellenländern dazu beigetragen, dass sich die Renditedifferenz seit dem Höchststand im März 2022 erheblich verringert habe. Allerdings gebe es zwei Gründe, warum die Zusammensetzung der Lokalwährungsindizes die Genauigkeit bei der Darstellung der Anlageklasse verzerre:

Mangelnde Diversifikation

Die Lokalwährungsindizes würden in der Regel nur maximal 20 Länder enthalten, wobei die fünf wichtigsten Staaten in diesen Indizes meist 50 Prozent an der Gesamtgewichtung des Index ausmachen würden, die zehn wichtigsten Länder kommen im Allgemeinen auf 85 Prozent.

Übergewichtung asiatischer Länder und Indexänderungen

Titel aus Asien kämen auf einen Anteil von 40 Prozent am JP Morgan GBI-EM und von 52 Prozent am Bloomberg Barclays Local Currency Index. In einigen Ländern - fast ausschließlich in Asien - lägen die lokalen Renditen sogar unter denen der USA. Zudem habe die Aufnahme Chinas in den Index erhebliche Auswirkungen gehabt. Wenn man den Spread zwischen dem JP Morgan GBI-EM Lokalwährungsindex und dem globalen Gesamtindex sowie den Spread zwischen einer aktiven, nicht an einer Benchmark orientierten Strategie und dem globalen Gesamtindex vergleiche, würden die Balken die Differenz zwischen den beiden zeigen. Bis zur Aufnahme Chinas hätten beide ungefähr die gleiche Rendite gehabt, inzwischen aber habe sich der Renditeunterschied auf 200 Basispunkte vergrößert.

Dies verdeutliche, dass aktiv verwaltete und gut diversifizierte Fonds - auch wenn die Renditen und Spreads der Lokalwährungsanleihen auf Indexebene teuer aussehen würden - aufgrund ihrer breiteren Streuung bessere Renditen und Spreads erzielen könnten. Der jährliche Carry aktiv verwaltete Fonds liege derzeit etwa zwei Prozent über dem der Benchmarks. (31.08.2023/alc/a/a)