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Sichere Anleihen bevorzugt - Anleihen der Schwellenländer belastet
13.05.19 13:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit der ab Freitag geltenden Einführung weiterer Zölle auf chinesische Waren im Gegenwert von 200 Milliarden US-Dollar hat die US-Regierung den Handelskonflikt verschärft, so die Experten von Union Investment.
Unter dem Eindruck dieser Entscheidung sei es auch an den Rentenmärkten zu entsprechenden Bewegungen gekommen. Die Angst vor einer Zuspitzung der Auseinandersetzung und den erwarteten Gegenmaßnahmen der Chinesen habe in erster Linie die Nachfrage nach den als sicher geltenden Staatsanleihen aus den USA und dem Euroraum begünstigt.
Am US-amerikanischen Rentenmarkt sei die Zehnjahresrendite der US-Treasuries infolge der hierbei erzielten Kursgewinne bis Freitagmittag um sieben Basispunkte gefallen und damit unter die 2,5 Prozentmarke. Die US-Zinsstrukturkurve habe sich aufgrund der Nachfrage um bis zu acht Basispunkte parallel nach unten verschoben.
Sicherheit sei auch im Euroraum gefragt gewesen. Am deutlichsten hätten hierbei deutsche Bundesanleihen hinzugewonnen. Der mit der Nachfrage einhergehende Kursaufschwung habe bei den Zehnjahrespapieren die Renditen wieder in das negative Terrain abgleiten lassen. Die Verzinsung habe per Freitagmittag bei minus vier Basispunkten gelegen. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe sich in der letzten Woche um bis zu sechs Basispunkte nach unten verschoben. Alle Laufzeiten bis einschließlich zehn Jahren hätten zuletzt wieder im negativen Renditebereich gelegen.
Die Peripheriemärkte, insbesondere in Griechenland und auch in Italien, hätten in der letzten Woche Federn lassen müssen. Dort habe die geringe Risikoneigung der Anleger belastet. Am deutlichsten habe sich der Renditeanstieg respektive die damit einhergehende Spreadausweitung zu den Bundesanleihen in Griechenland gezeigt. Die griechische Regierung habe vor den im Herbst anstehenden Parlamentswahlen eine umfassende finanzielle Entlastung der griechischen Bürger angekündigt. Dies würde die Sparbemühungen und die Konsolidierung des griechischen Haushaltes deutlich konterkarieren.
Darüber hinaus stehe die Platzierung einer griechischen Staatsanleihe am Kapitalmarkt in der Diskussion. Zusammen mit der sehr erfreulichen Entwicklung griechischer Staatsanleihen in den vergangenen Monaten habe sich hier enormes Potenzial zu Gewinnmitnahmen aufgetan. Zumal auch deren Rendite im April im Zuge der hohen Nachfrage ein historisches Tief erreicht habe und sich damit phasenweise geringer verzinst habe als dies vor der Finanzkrise der Fall gewesen sei. So sei es kaum verwunderlich, dass sich angesichts der schlechten Risikostimmung die Renditedifferenz zu Bundesanleihen in der letzten Woche um spürbare 25 Basispunkte ausgeweitet habe. Zehnjahresbonds aus Hellas hätten sich per Freitagmittag mit 3,5 Prozent verzinst.
Italienische Bonds hätten Spreadausweitungen über 15 Basispunkte hinzunehmen gehabt. Die EU-Kommission erwarte 2020 ein Haushaltsdefizit von 3,4 Prozent und damit eine Verletzung der Maastricht-Kriterien. Am stärksten habe sich am italienischen Markt der Renditeanstieg in den kurzen Laufzeiten zwischen zwei und sechs Jahren gezeigt.
Die Verschärfung des Handelsstreits habe zudem für Abgabedruck in den Anleihemärkten der Schwellenländer (EM) geführt. In US-Dollar oder Euro begebene EM-Anleihen hätten - sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen betreffend - steigende Risikoprämien verzeichnet. Die in den Vorwochen hohen Mittelzuflüsse in das Segment seien deutlich zurückgegangen.
Auch am europäischen Unternehmensanleihemarkt sei eher Zurückhaltung angesagt gewesen. Mit dem sich nähernden Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal sei die Erwartung auf eine Belebung des Neuemissionsmarktes verbunden gewesen. Angesichts der aktuellen Lage seien in der letzten Woche aber nur wenige Papiere platziert worden. Die australische Transurban, ein eher seltener Emittent am Markt, habe mit ihrer 500 Millionen Euro schweren Anleihe immerhin eine Nachfrage von zwei Milliarden Euro generieren können. (Ausgabe vom 10.05.2019) (13.05.2019/alc/a/a)
Unter dem Eindruck dieser Entscheidung sei es auch an den Rentenmärkten zu entsprechenden Bewegungen gekommen. Die Angst vor einer Zuspitzung der Auseinandersetzung und den erwarteten Gegenmaßnahmen der Chinesen habe in erster Linie die Nachfrage nach den als sicher geltenden Staatsanleihen aus den USA und dem Euroraum begünstigt.
Am US-amerikanischen Rentenmarkt sei die Zehnjahresrendite der US-Treasuries infolge der hierbei erzielten Kursgewinne bis Freitagmittag um sieben Basispunkte gefallen und damit unter die 2,5 Prozentmarke. Die US-Zinsstrukturkurve habe sich aufgrund der Nachfrage um bis zu acht Basispunkte parallel nach unten verschoben.
Sicherheit sei auch im Euroraum gefragt gewesen. Am deutlichsten hätten hierbei deutsche Bundesanleihen hinzugewonnen. Der mit der Nachfrage einhergehende Kursaufschwung habe bei den Zehnjahrespapieren die Renditen wieder in das negative Terrain abgleiten lassen. Die Verzinsung habe per Freitagmittag bei minus vier Basispunkten gelegen. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe sich in der letzten Woche um bis zu sechs Basispunkte nach unten verschoben. Alle Laufzeiten bis einschließlich zehn Jahren hätten zuletzt wieder im negativen Renditebereich gelegen.
Darüber hinaus stehe die Platzierung einer griechischen Staatsanleihe am Kapitalmarkt in der Diskussion. Zusammen mit der sehr erfreulichen Entwicklung griechischer Staatsanleihen in den vergangenen Monaten habe sich hier enormes Potenzial zu Gewinnmitnahmen aufgetan. Zumal auch deren Rendite im April im Zuge der hohen Nachfrage ein historisches Tief erreicht habe und sich damit phasenweise geringer verzinst habe als dies vor der Finanzkrise der Fall gewesen sei. So sei es kaum verwunderlich, dass sich angesichts der schlechten Risikostimmung die Renditedifferenz zu Bundesanleihen in der letzten Woche um spürbare 25 Basispunkte ausgeweitet habe. Zehnjahresbonds aus Hellas hätten sich per Freitagmittag mit 3,5 Prozent verzinst.
Italienische Bonds hätten Spreadausweitungen über 15 Basispunkte hinzunehmen gehabt. Die EU-Kommission erwarte 2020 ein Haushaltsdefizit von 3,4 Prozent und damit eine Verletzung der Maastricht-Kriterien. Am stärksten habe sich am italienischen Markt der Renditeanstieg in den kurzen Laufzeiten zwischen zwei und sechs Jahren gezeigt.
Die Verschärfung des Handelsstreits habe zudem für Abgabedruck in den Anleihemärkten der Schwellenländer (EM) geführt. In US-Dollar oder Euro begebene EM-Anleihen hätten - sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen betreffend - steigende Risikoprämien verzeichnet. Die in den Vorwochen hohen Mittelzuflüsse in das Segment seien deutlich zurückgegangen.
Auch am europäischen Unternehmensanleihemarkt sei eher Zurückhaltung angesagt gewesen. Mit dem sich nähernden Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal sei die Erwartung auf eine Belebung des Neuemissionsmarktes verbunden gewesen. Angesichts der aktuellen Lage seien in der letzten Woche aber nur wenige Papiere platziert worden. Die australische Transurban, ein eher seltener Emittent am Markt, habe mit ihrer 500 Millionen Euro schweren Anleihe immerhin eine Nachfrage von zwei Milliarden Euro generieren können. (Ausgabe vom 10.05.2019) (13.05.2019/alc/a/a)


