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Sehen wir in der Schweiz bald wieder Negativzinsen?


19.12.24 10:38
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Vergangenen Donnerstag überraschte die Schweizer Notenbank SNB mit einer großen Zinssenkung von 0,50% auf nunmehr 0,50%, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der Preisdruck habe spürbar nachgelassen und die Inflation liege nur noch bei 0,7%. Im Gegensatz zu anderen Staaten wie Ungarn, Tschechien oder den USA befürchteten die Schweizer jedoch kein Anziehen der Inflation, sondern wollten sich vor deflationären Entwicklungen schützen. Nach der Senkung des Leitzinses habe der Franken zunächst leicht abgewertet, setze jedoch zum Leidwesen der SNB seine Stärkephase unbeirrt fort.

In Zeiten von Krisen und geopolitisch turbulenten Zeiten (z. B.: US-Präsidentschaftswahl, Russland-Ukraine Konflikt, Naher Osten) hätten Investoren vermehrt auf den Franken gesetzt und so unter anderem zur Stärke beigetragen. Sollte der designierte US-Präsident Donald Trump seine Pläne in puncto Handelszölle tatsächlich großflächig in die Tat umsetzen, dürfte dies weitere Anleger in den sicheren Hafen des Schweizer Franken treiben.

Bisher sei bei allen vier Sitzungen der SNB (Zinsentscheidungen fänden nur einmal im Quartal statt) in diesem Jahr eine Senkung des Zinsniveaus vorgenommen worden. An einer weiteren Senkung bei der nächsten Sitzung im März führe wohl kein Weg vorbei. Aktive Eingriffe in den Devisenmarkt durch die SNB wie Verkäufe des Franken im großen Stil, um eine Abwertung herbeizuführen, seien ebenfalls nicht auszuschließen.

Charttechnische Marken bei Entwicklungen Richtung Norden fänden sich um 0,9415. Das Tief vor der SNB-Entscheidung habe bei EUR/CHF 0,9275 gelegen. Franken-Käufer sollten die Chance durch die kurzfristige Abwertung nach der Zinssenkung nutzen und den Bedarf eindecken. (19.12.2024/alc/a/a)