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Schwellenländermärkte ohne größere Bewegungen


15.11.19 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Anleihemärkte der Schwellenländer blicken insgesamt auf einen ruhigen Handelsmonat zurück, so die Experten von Union Investment.

Per saldo habe der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index ein leichtes Plus von 0,2 Prozent verbucht. Die Risikoaufschläge (Spreads) hätten sich in Summe ähnlich zurückhaltend bewegt. Nach einer leichten Ausweitung zu Monatsbeginn hätten sich die Spreads wieder eingeengt und seien letztlich auf einem Niveau von 328 Basispunkten leicht fester aus dem Handelsmonat gegangen.

Das temporäre Rauslaufen der Risikoaufschläge sei durch enttäuschende Einkaufsmanagerindices in den USA begründet gewesen. Die Anlageklasse bleibe in Summe aber unterstützt. Angesichts der zuletzt versöhnlicheren Töne im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheine das Risiko einer weiteren Eskalation nachzulassen. Weiterhin würden die zuletzt angestiegenen Renditen in den sicheren Häfen wie US-Treasuries auf eine wieder insgesamt abnehmende Risikoaversion hindeuten.

Auf Einzelländerebene hätten vor allem politische Themen im Vordergrund gestanden. Zu nennen sei hier beispielsweise der Libanon. Seitdem Premier Hariri unter dem Druck der Proteste zurückgetreten sei, stehe das politische Leben im Libanon still. Die Staatspapiere in Lokalwährung hätten im Zehnjahresbereich einen Renditeanstieg von über 2,5 Prozentpunkten verzeichnet. In Argentinien habe sich nach dem Wahlsieg von Alberto Fernandez als Zeichen der Verunsicherung die Kapitalflucht beschleunigt. Die Zentralbank habe mit einer drastischen Einschränkung des Devisenerwerbs geantwortet. Der Argentinische Peso habe dennoch gegenüber dem Euro 5,6 Prozent verloren.

Im Bereich der Geldpolitik habe die US-Notenbank Federal Reserve erwartungsgemäß den Leitzins zum dritten Mal in Folge gesenkt. Die Leitzinsspanne liege nun bei 1,5 bis 1,75 Prozent. Die brasilianische Notenbank habe ebenfalls den Leitzins um einen halben Punkt auf ein Rekordtief von fünf Prozent gesenkt. Brasilianische Staatspapiere hätten fester gehandelt. Die zehnjährige Rendite sei um 55 Basispunkte gesunken. Ein ähnliches Bild habe sich in Russland vollzogen. Die Währungshüter hätten den geldpolitischen Schlüsselsatz um 0,5 auf 6,5 Prozent gesenkt. Die Schuldtitel seien über die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg gefragt gewesen. (Ausgabe vom 12.11.2019) (15.11.2019/alc/a/a)