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Schwellenländermärkte mit freundlichem Jahresauftakt


20.02.20 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anleihen aus den Schwellenländern konnten an den positiven Jahresabschluss anknüpfen und im Januar den freundlichen Trend aus dem Vorjahr fortsetzen, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der Gesamtmarkt ein Plus von 1,5 Prozent verbucht. Die Risikoaufschläge (Spreads) hätten sich zunächst seitwärts bewegt und seien dann ab Mitte Januar angestiegen. Per saldo hätten sich die Spreads um rund 25 auf 315 Basispunkte ausgeweitet. Ursächlich für diese gegensätzlich erscheinende Entwicklung aus positivem Gesamtertrag und gleichzeitig höheren Risikoaufschlägen sei der starke Renditerückgang bei US-Treasuries gewesen. Die als sicher geltenden US-Papiere hätten in Folge einer Verunsicherung durch das Corona-Virus eine hohe Nachfrage verbucht, die sich letztlich im zehnjährigen Laufzeitenbereich mit einem Renditerückgang von über 40 Basispunkten widergespiegelt habe.

Die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des neuartigen Erregers seien derzeit noch unklar und hätten deshalb für Unsicherheit an den Kapitalmärkten gesorgt. Das nach wie vor niedrige Zinsumfeld sowie der Anlagedruck zahlreicher Marktteilnehmer hätten dennoch die Anlageklasse unterstützt. Das im Januar abgeschlossene Zwischenabkommen (Phase 1-Deal) im Handelsstreit zwischen den USA und China habe zudem auch die Schwellenländermärkte bestärkt. Die Vereinbarung möge zwar nicht das endgültige Ende der Spannungen zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften bedeuten, dennoch stelle die Abmachung einen Schritt in die richtige Richtung dar.

Unter geldpolitischen Gesichtspunkten habe das neue Jahr so begonnen, wie das alte aufgehört habe: In zahlreichen Schwellenländern sei der Zinssenkungstrend intakt geblieben. Unter anderem hätten die Zentralbanken in Südafrika, der Türkei sowie der Ukraine den geldpolitischen Schlüsselsatz gesenkt. Türkische Staatspapiere hätten im Januar auch eine deutliche Erholungsbewegung verzeichnet. Im Zehnjahresbereich sei die lokale Rendite um knapp zweihundert Basispunkte gesunken. In den entwickelten Ländern hätten die US-Notenbank Federal Reserve sowie die Europäische Zentralbank ihre bisher expansive geldpolitische Ausrichtung bestätigt, indem keine bis marginale Veränderungen vorgenommen worden seien. (Ausgabe vom 18.02.2020) (20.02.2020/alc/a/a)