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Schwellenländeranleihen fester


12.08.19 10:16
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der starken Entwicklung im Vormonat handelten die Schwellenländeranleihen auch im Juli fester, so die Experten von Union Investment.

Die Märkte seien nach wie vor durch die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik der großen Zentralbanken unterstützt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf ihrer jüngsten Sitzung bereits die Weichen in Richtung deutlicher Lockerung der Geldpolitik gestellt. Die Zinssätze seien zwar unverändert beibehalten worden, jedoch seien bereits Maßnahmen zur Einführung von Staffelzinsen und der Neuauflage eines Wertpapier-Ankaufprogramms angekündigt worden.

Die US-Notenbank Federal Reserve sei bereits zur Tat geschritten und habe, wie erwartet, auf ihrer Sitzung Ende Juli das Leitzinsband um 25 Basispunkte gesenkt. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) hätten die in Hartwährung denominierten Schwellenländerpapiere um 1,2 Prozent zugelegt. Die Risikoaufschläge hätten sich im Monatsvergleich um rund 20 Basispunkte eingeengt. Eine Reihe von Emittenten habe das positive Kapitalmarktumfeld genutzt, um neue Papiere am Markt zu platzieren. Dazu hätten unter anderem Saudi-Arabien, der Oman, Tunesien, Panama und Mexiko gehört.

Auf Einzelländerebene seien weiterhin Staatsanleihen aus der Ukraine gefragt gewesen. Die Rendite der zehnjährigen Hartwährungspapiere in US-Dollar habe im Vergleich zum Vormonatsniveau um 54 Basispunkte tiefer gelegen. Die Partei um den neulich gewählten Präsidenten Selenskyj sei auch bei den im Juli abgehaltenen Parlamentswahlen mit einer absoluten Mehrheit als Sieger hervorgegangen. An den lokalen Rentenmärkten seien mitunter die Schuldverschreibungen aus der Türkei, Chile und Indien favorisiert worden.

Im Monatsvergleich sei die Rendite türkischer Staatspapiere im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund einhundert Basispunkte gesunken. Die Kurse seien im Vorfeld der Notenbanksitzung am 25. Juli kräftig angestiegen. Die türkischen Währungshüter hätten eine drastische Leitzinssenkung in Höhe von 4,25 Prozentpunkten beschlossen. Am Markt hingegen sei nur mit einer Senkung von 2,5 Punkten gerechnet worden. Der Weg dazu sei zu Monatsbeginn durch einen Austausch des Zentralbankgouverneurs geebnet worden. Der ehemalige Notenbankchef Murat Cetinkaya sei durch den Vize Murat Uysal ersetzt worden. (Ausgabe vom 07.08.2019) (12.08.2019/alc/a/a)