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Schwellenländeranleihen bieten langfristige Anlagechancen
03.04.17 12:00
BNY Mellon IM
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern gelten traditionell als das kleinere und weniger liquide Pendant zu Schwellenländer-Staatsanleihen, so Colm McDonagh, Leiter Schwellenländeranleihen bei Insight Investment, einer Boutique von BNY Mellon Investment Management.
Ihre Attraktivität reiche jedoch nicht aus, um mehr als eine lediglich taktische Anlageoption zu sein. Deshalb möge es viele Marktteilnehmer verwundern, dass sich dieses Segment mittlerweile global zu einer bedeutsamen festverzinslichen Anlageklasse entwickelt habe. Im Hinblick auf die im Umlauf befindlichen Papiere würden die so genannten Emerging Markets Corporate Bonds inzwischen sogar US-Hochzins-Unternehmensanleihen und europäische Unternehmenspapiere mit Investment-Grade-Status übertreffen.
Die Folge dieses Wachstums: Eine strukturelle Verschiebung der Kreditvergabe auf Bilanzebene von Banken hin zu Vermögensverwaltern. Dies führe dazu, dass Schwellenländer-Unternehmensanleihen in Zukunft wohl größeren Einfluss auf die globalen Credit-Indices haben würden. Darüber hinaus sollten diese Papiere für den globalen Anleihe-Markt eine immer größere Rolle spielen. Mehr als 60 Prozent aller Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern seien derzeit mit Investment-Grade-Status eingestuft, obwohl die Renditen dieser Papiere wesentlich höher seien als die ihrer Pendants aus den USA und aus Europa.
Trotzdem, und vielleicht auch wegen ihres historischen Fokus, hätten sich viele Anleger mit Schwellenländer-Unternehmensanleihen bisher noch nicht wirklich angefreundet und seien in dieser Anlageklasse nach wie vor strukturell untergewichtet. Nach Meinung der Experten stelle die zunehmende Verbreitung von Schwellenländer-Unternehmensanleihen jedoch eine langfristige Anlagechance dar - und zwar entweder als eigenständiges Investment oder aber im Rahmen eines globalen Anleihe-Investmentansatzes.
Es sei bekannt, dass die Anleihemärkte momentan vor großen Herausforderungen stünden. Dies gelte im kommenden Zyklus insbesondere für die etablierten Märkte. Nach Auffassung der Experten biete ein aktives Management von Schwellenländer-Unternehmensanleihen aber eine interessante Alternative, weil diese Anlageklasse immer "reifer" werde. Trotzdem würden viele Papiere von Analysten immer noch vernachlässigt und seien deshalb in den Portfolios von Mainstream-Investoren nach wie vor unterrepräsentiert. Die Folge seien häufig Fehlbewertungen gegenüber den etablierten Märkten, wodurch sich Anlagechancen eröffnen würden. Zudem habe sich der Anteil, den Anleihen an der gesamten Unternehmensfinanzierung ausmachen würden, seit der globalen Finanzkrise in den Schwellenländern fast verdoppelt. Denn die Banken seien bestrebt, Verbindlichkeiten abzubauen und ihre Kreditportfolios zu verkleinern.
Von den Medien größtenteils unbeachtet, hätten die Schwellenländer bei der Bewältigung der konjunkturellen Herausforderungen inzwischen beträchtliche Fortschritte gemacht. Vor diesem Hintergrund würden sowohl Schwellenländer-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Status als auch deren hoch rentierliche Pendants Anlegern zurzeit höhere Erträge für das eingegangene Kreditrisiko als die etablierten Märkte bieten. Hier seien die Renditen nach wie vor niedrig.
Darüber hinaus würden Unternehmen aus den Schwellenländern insgesamt solide Fundamentaldaten aufweisen und von einem sehr guten technischen Umfeld sowie sich verbessernden konjunkturellen Rahmenbedingungen profitieren. Außerdem seien die meisten Schwellenländer-Unternehmensanleihen in Hartwährungen denominiert, sodass das Währungsrisiko für Anleger wegfalle.
Natürlich stelle sich die Frage, wie sich diese Anlageklasse entwickeln werde, wenn sich die Lage an den etablierten Anleihemärkten wieder normalisiere. Darauf gebe es leider keine eindeutige Antwort, denn es hänge davon ab, aus welchem Grund die Zinsen nach oben klettern würden. Auch das Bewertungsniveau von Emittenten aus den Schwellenländern zum Zeitpunkt des Zinsanstiegs spiele eine große Rolle. In der Vergangenheit seien höhere US-Zinsen für Schwellenländer-Unternehmensanleihen nicht zwangsläufig schlecht gewesen, solange dieser Aufwärtstrend bei den Zinsen auch mit einem kräftigeren US-Wirtschaftswachstum einhergegangen sei. Dies scheine auch diesmal der Fall zu sein. Ein günstigeres Wachstumsumfeld führe nämlich in der Regel dazu, dass die Zinsdifferenzen von Hochzins-Anlagen schrumpfen würden.
Nichtsdestotrotz seien die Experten aus taktischer Perspektive inzwischen wieder etwas vorsichtiger gestimmt als zu Beginn des Jahres 2017. Sobald sie die Aussichten auf politische Erfolge oder Misserfolge in den Industriestaaten sowie die Nachhaltigkeit der aktuellen Wachstumsraten eindeutiger abschätzen könnten, würden sie jedoch nach Möglichkeiten Ausschau halten, das Risiko wieder zu erhöhen. Parallel dazu würden sie das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern ebenso positiv wie die dortigen Reformbestrebungen beurteilen. Deshalb gehe die Entwicklung in diesen Volkswirtschaften ihrer Meinung nach insgesamt in die richtige Richtung. (03.04.2017/alc/a/a)
Ihre Attraktivität reiche jedoch nicht aus, um mehr als eine lediglich taktische Anlageoption zu sein. Deshalb möge es viele Marktteilnehmer verwundern, dass sich dieses Segment mittlerweile global zu einer bedeutsamen festverzinslichen Anlageklasse entwickelt habe. Im Hinblick auf die im Umlauf befindlichen Papiere würden die so genannten Emerging Markets Corporate Bonds inzwischen sogar US-Hochzins-Unternehmensanleihen und europäische Unternehmenspapiere mit Investment-Grade-Status übertreffen.
Die Folge dieses Wachstums: Eine strukturelle Verschiebung der Kreditvergabe auf Bilanzebene von Banken hin zu Vermögensverwaltern. Dies führe dazu, dass Schwellenländer-Unternehmensanleihen in Zukunft wohl größeren Einfluss auf die globalen Credit-Indices haben würden. Darüber hinaus sollten diese Papiere für den globalen Anleihe-Markt eine immer größere Rolle spielen. Mehr als 60 Prozent aller Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern seien derzeit mit Investment-Grade-Status eingestuft, obwohl die Renditen dieser Papiere wesentlich höher seien als die ihrer Pendants aus den USA und aus Europa.
Trotzdem, und vielleicht auch wegen ihres historischen Fokus, hätten sich viele Anleger mit Schwellenländer-Unternehmensanleihen bisher noch nicht wirklich angefreundet und seien in dieser Anlageklasse nach wie vor strukturell untergewichtet. Nach Meinung der Experten stelle die zunehmende Verbreitung von Schwellenländer-Unternehmensanleihen jedoch eine langfristige Anlagechance dar - und zwar entweder als eigenständiges Investment oder aber im Rahmen eines globalen Anleihe-Investmentansatzes.
Von den Medien größtenteils unbeachtet, hätten die Schwellenländer bei der Bewältigung der konjunkturellen Herausforderungen inzwischen beträchtliche Fortschritte gemacht. Vor diesem Hintergrund würden sowohl Schwellenländer-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Status als auch deren hoch rentierliche Pendants Anlegern zurzeit höhere Erträge für das eingegangene Kreditrisiko als die etablierten Märkte bieten. Hier seien die Renditen nach wie vor niedrig.
Darüber hinaus würden Unternehmen aus den Schwellenländern insgesamt solide Fundamentaldaten aufweisen und von einem sehr guten technischen Umfeld sowie sich verbessernden konjunkturellen Rahmenbedingungen profitieren. Außerdem seien die meisten Schwellenländer-Unternehmensanleihen in Hartwährungen denominiert, sodass das Währungsrisiko für Anleger wegfalle.
Natürlich stelle sich die Frage, wie sich diese Anlageklasse entwickeln werde, wenn sich die Lage an den etablierten Anleihemärkten wieder normalisiere. Darauf gebe es leider keine eindeutige Antwort, denn es hänge davon ab, aus welchem Grund die Zinsen nach oben klettern würden. Auch das Bewertungsniveau von Emittenten aus den Schwellenländern zum Zeitpunkt des Zinsanstiegs spiele eine große Rolle. In der Vergangenheit seien höhere US-Zinsen für Schwellenländer-Unternehmensanleihen nicht zwangsläufig schlecht gewesen, solange dieser Aufwärtstrend bei den Zinsen auch mit einem kräftigeren US-Wirtschaftswachstum einhergegangen sei. Dies scheine auch diesmal der Fall zu sein. Ein günstigeres Wachstumsumfeld führe nämlich in der Regel dazu, dass die Zinsdifferenzen von Hochzins-Anlagen schrumpfen würden.
Nichtsdestotrotz seien die Experten aus taktischer Perspektive inzwischen wieder etwas vorsichtiger gestimmt als zu Beginn des Jahres 2017. Sobald sie die Aussichten auf politische Erfolge oder Misserfolge in den Industriestaaten sowie die Nachhaltigkeit der aktuellen Wachstumsraten eindeutiger abschätzen könnten, würden sie jedoch nach Möglichkeiten Ausschau halten, das Risiko wieder zu erhöhen. Parallel dazu würden sie das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern ebenso positiv wie die dortigen Reformbestrebungen beurteilen. Deshalb gehe die Entwicklung in diesen Volkswirtschaften ihrer Meinung nach insgesamt in die richtige Richtung. (03.04.2017/alc/a/a)


