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Schwellenländer unter Druck - EM-Anleihen in Euro und US-Dollar stabil
03.02.14 10:44
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate stehen die Kapitalmärkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften (Emerging Markets) unter Druck, so die Experten von Union Investment.
Die Debatte um die Absenkung des Anleiheankaufprogramms (Tapering) der US-Notenbank FED habe insbesondere im Mai und Juni des vergangenen Jahres dazu geführt, dass viele Investoren aus den Industrieländern ihre Engagements in den Emerging Markets reduziert und Gelder aus der Region abzogen hätten. Anfang 2014 sei mit Tapering nun tatsächlich begonnen worden, zunächst habe die FED ihr Ankaufvolumen um monatlich 10 Milliarden US-Dollar verringert. Der Schluss, dass genau deshalb die Schwäche der Emerging Markets im Jahr 2013 nun ihre Fortsetzung finde, treffe jedoch nur bedingt zu: Seien seinerzeit die Währungen und Kapitalmärkte der aufstrebenden Volkswirtschaften in der Breite unter Druck gewesen, finde momentan eine starke Differenzierung statt.
Während sich die Renditen von Emerging Market-Anleihen in den Hartwährungen Euro und US-Dollar in den letzten Wochen weitestgehend stabil gezeigt hätten, seien insbesondere die Währungen belastet gewesen, die vielfach schon seit Längerem mit Gegenwind konfrontiert seien. So habe der Argentinische Peso seit Mitte 2012 knapp 50 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet, bei der Indonesischen Rupiah und der Türkischen Lira seien es jeweils um die 30 Prozent. Im Unterschied zur Situation im Jahr 2013 sei die Anlageregion jedoch nicht in der Breite unter Druck geraten, sondern es habe eine starke Differenzierung stattgefunden. Darüber hinaus hätten einige Zentralbanken - etwa in der Türkei, Südafrika und Russland - zwischenzeitlich gehandelt und durch drastische (Türkei) oder unerwartete (Südafrika) Leitzinserhöhungen den Währungsverfall zunächst gestoppt.
Auslöser für die jüngsten Turbulenzen seien - neben den schwachen Rohstoffpreisen - in vielen Fällen sich summierende, länderspezifische Probleme, die zum Teil wirtschaftliche Ursachen hätten, häufig aber auch sozio-politischer Natur seien. Zu den Ländern mit dem größten Gefährdungspotenzial zähle man im Moment Argentinien, Venezuela und die Ukraine, die vor allem mit den wirtschaftlichen Erbe ihrer politischen Führungsfiguren zu kämpfen hätten.
Neben den drei genannten Staaten hätten in den letzten Tagen an den Kapitalmärkten vor allem Länder mit hohen Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten (Brasilien, Südafrika, Türkei) unter Druck gestanden. Indien und Indonesien hätten sich dem weitestgehend entziehen können, obwohl auch sie hohe Defizite aufweisen würden. Im Gegensatz dazu hätten sich Währungen wie beispielsweise der Mexikanische Peso und der Polnische Zloty und ebenso die Rentenmärkte in Mexiko und Polen von der Marktschwäche weitgehend unbeeindruckt gezeigt. Auch die Märkte Thailands seien trotz der fragilen und stark radikalisierten politischen Situation nicht betroffen gewesen.
Trotz der vielen unterschiedlichen Brandherde erwarten die Experten von Union Investment also keinen Flächenbrand in den Emerging Markets wie etwa 1997 bei der Asienkrise. Sie würden für das laufende Jahr mit einem Wachstum in den Schwellenländern von ca. 4,5 Prozent rechnen, angeführt vor allem durch Asien (+6,1 Prozent). Osteuropa dürfte aufgrund der Erholung der Eurozone und der schwachen Rohstoffpreise in diesem Jahr etwas stärker wachsen als Lateinamerika (2,8 vs. 2,6 Prozent). Die Inflation werde auf einem für die Schwellenländer moderaten Niveau von 4,5 Prozent erwartet. (Ausgabe vom 31.01.2014) (31.01.2014/alc/a/a)
Die Debatte um die Absenkung des Anleiheankaufprogramms (Tapering) der US-Notenbank FED habe insbesondere im Mai und Juni des vergangenen Jahres dazu geführt, dass viele Investoren aus den Industrieländern ihre Engagements in den Emerging Markets reduziert und Gelder aus der Region abzogen hätten. Anfang 2014 sei mit Tapering nun tatsächlich begonnen worden, zunächst habe die FED ihr Ankaufvolumen um monatlich 10 Milliarden US-Dollar verringert. Der Schluss, dass genau deshalb die Schwäche der Emerging Markets im Jahr 2013 nun ihre Fortsetzung finde, treffe jedoch nur bedingt zu: Seien seinerzeit die Währungen und Kapitalmärkte der aufstrebenden Volkswirtschaften in der Breite unter Druck gewesen, finde momentan eine starke Differenzierung statt.
Auslöser für die jüngsten Turbulenzen seien - neben den schwachen Rohstoffpreisen - in vielen Fällen sich summierende, länderspezifische Probleme, die zum Teil wirtschaftliche Ursachen hätten, häufig aber auch sozio-politischer Natur seien. Zu den Ländern mit dem größten Gefährdungspotenzial zähle man im Moment Argentinien, Venezuela und die Ukraine, die vor allem mit den wirtschaftlichen Erbe ihrer politischen Führungsfiguren zu kämpfen hätten.
Neben den drei genannten Staaten hätten in den letzten Tagen an den Kapitalmärkten vor allem Länder mit hohen Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten (Brasilien, Südafrika, Türkei) unter Druck gestanden. Indien und Indonesien hätten sich dem weitestgehend entziehen können, obwohl auch sie hohe Defizite aufweisen würden. Im Gegensatz dazu hätten sich Währungen wie beispielsweise der Mexikanische Peso und der Polnische Zloty und ebenso die Rentenmärkte in Mexiko und Polen von der Marktschwäche weitgehend unbeeindruckt gezeigt. Auch die Märkte Thailands seien trotz der fragilen und stark radikalisierten politischen Situation nicht betroffen gewesen.
Trotz der vielen unterschiedlichen Brandherde erwarten die Experten von Union Investment also keinen Flächenbrand in den Emerging Markets wie etwa 1997 bei der Asienkrise. Sie würden für das laufende Jahr mit einem Wachstum in den Schwellenländern von ca. 4,5 Prozent rechnen, angeführt vor allem durch Asien (+6,1 Prozent). Osteuropa dürfte aufgrund der Erholung der Eurozone und der schwachen Rohstoffpreise in diesem Jahr etwas stärker wachsen als Lateinamerika (2,8 vs. 2,6 Prozent). Die Inflation werde auf einem für die Schwellenländer moderaten Niveau von 4,5 Prozent erwartet. (Ausgabe vom 31.01.2014) (31.01.2014/alc/a/a)
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