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Schwellenländer: Stabilisierung bei Anleihen nur von kurzer Dauer
16.09.13 16:58
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die im Juli verzeichnete Stabilisierung bei Aktien, Anleihen und vor allem den Währungen der Schwellenländer war nur von kurzer Dauer, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".
Im August sei es vielerorts zu weiteren, teilweise kräftigen Kursverlusten gekommen. Der MSCI-Emerging Markets-Index habe rund 2% verloren - doch hätten sich die einzelnen Emerging Markets dabei sehr heterogen präsentiert. Während unter anderem einige osteuropäische Länder, sowie China und Brasilien sogar Kurszuwächse verbucht hätten, habe sich in anderen Ländern sogar die Abwärtsbewegung beschleunigt. So seien etwa in vielen südostasiatischen Märkten und in der Türkei die Kurse um fast 10% eingebrochen. Nachdem diese Staaten in den letzten 24 Monaten zu den Lieblingen internationaler Investoren gehört hätten, sei der Kursrutsch dort im August besonders stark ausgefallen.
Parallel zu den Kursverlusten an den Aktienmärkten seien auch viele Schwellenländerwährungen abermals massiv unter Druck geraten. In Staaten wie Indien oder Indonesien habe sich auf diese Weise in den zurückliegenden Monaten eine regelrechte Negativspirale entwickelt: Kapitalabflüsse aus Aktien- und Anleihemärkten dieser Länder hätten zu fallenden Währungen geführt, die wiederum weitere Aktien- und Anleiheverkäufe ausländischer Investoren nach sich gezogen und damit weitere Kapitalabflüsse und abermals schwächere Währungen generiert hätten.
Das so genannte "tapering" (Reduzieren der Anleihekäufe) der US-Notenbank und steigende US-Anleiherenditen sei weiterhin als ein Hauptgrund genannt worden; dazu habe sich die wachsende Furcht vieler Investoren vor weiteren Kurs- und Währungsverlusten und zum Monatsende hin die wachsenden Spannungen um Syrien gesellt. Letztlich dürfte aber nicht das "tapering" für den scharfen Einbruch bei Währungen und Aktienmärkten der Schwellenländer ursächlich verantwortlich sein und auch nicht die anhaltende Wachstumsschwäche in der Eurozone. Vielmehr seien die Gründe - wie an dieser Stelle früher bereits wiederholt benannt - zumeist hausgemacht. Dazu würden vor allem die nachlassende Wirtschaftsdynamik vieler Emerging Markets, rückläufige Profitabilität und eine vielfach zu beobachtende Überhitzung bei der Kreditvergabe in den vergangenen Jahren gehören.
Immerhin gebe es aber auch wieder vermehrt Lichtblicke in Form von verbesserten Konjunkturdaten in den USA, in der Eurozone und zuletzt auch in China. Ebenso sei positiv herauszustellen, dass derzeit wohl keine neue "Asienkrise" à la 1997/1998 drohe. Die meisten Schwellenländer dürften in der Lage sein, ihre Währungen nach und nach zu stabilisieren. Aus Bewertungssicht seien viele Schwellenländer-Aktienmärkte nach den Kursverlusten der letzten Monate deutlich attraktiver bewertet - sowohl absolut als auch relativ zu den entwickelten Märkten.
Wir dürften uns damit sowohl zeitlich als auch bei den Kursniveaus dem Ende der Abwärtsbewegung nähern, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Allerdings sei eine rasche Umkehrung der Investorenstimmung bis auf weiteres wenig wahrscheinlich. Vielmehr könnte in den kommenden Monaten eine nachhaltige Stabilisierung bei Aktien und Währungen der EM erfolgen, die im kommenden Jahr dann in eine neue Aufwärtsbewegung übergehen könnte. Eine Voraussetzung dafür sei allerdings eine Verbesserung sowohl des Wachstumsbildes in den Emerging Markets als auch der Gewinnentwicklung bei den dort ansässigen Unternehmen. (Ausgabe September 2013) (16.09.2013/alc/a/a)
Im August sei es vielerorts zu weiteren, teilweise kräftigen Kursverlusten gekommen. Der MSCI-Emerging Markets-Index habe rund 2% verloren - doch hätten sich die einzelnen Emerging Markets dabei sehr heterogen präsentiert. Während unter anderem einige osteuropäische Länder, sowie China und Brasilien sogar Kurszuwächse verbucht hätten, habe sich in anderen Ländern sogar die Abwärtsbewegung beschleunigt. So seien etwa in vielen südostasiatischen Märkten und in der Türkei die Kurse um fast 10% eingebrochen. Nachdem diese Staaten in den letzten 24 Monaten zu den Lieblingen internationaler Investoren gehört hätten, sei der Kursrutsch dort im August besonders stark ausgefallen.
Das so genannte "tapering" (Reduzieren der Anleihekäufe) der US-Notenbank und steigende US-Anleiherenditen sei weiterhin als ein Hauptgrund genannt worden; dazu habe sich die wachsende Furcht vieler Investoren vor weiteren Kurs- und Währungsverlusten und zum Monatsende hin die wachsenden Spannungen um Syrien gesellt. Letztlich dürfte aber nicht das "tapering" für den scharfen Einbruch bei Währungen und Aktienmärkten der Schwellenländer ursächlich verantwortlich sein und auch nicht die anhaltende Wachstumsschwäche in der Eurozone. Vielmehr seien die Gründe - wie an dieser Stelle früher bereits wiederholt benannt - zumeist hausgemacht. Dazu würden vor allem die nachlassende Wirtschaftsdynamik vieler Emerging Markets, rückläufige Profitabilität und eine vielfach zu beobachtende Überhitzung bei der Kreditvergabe in den vergangenen Jahren gehören.
Immerhin gebe es aber auch wieder vermehrt Lichtblicke in Form von verbesserten Konjunkturdaten in den USA, in der Eurozone und zuletzt auch in China. Ebenso sei positiv herauszustellen, dass derzeit wohl keine neue "Asienkrise" à la 1997/1998 drohe. Die meisten Schwellenländer dürften in der Lage sein, ihre Währungen nach und nach zu stabilisieren. Aus Bewertungssicht seien viele Schwellenländer-Aktienmärkte nach den Kursverlusten der letzten Monate deutlich attraktiver bewertet - sowohl absolut als auch relativ zu den entwickelten Märkten.
Wir dürften uns damit sowohl zeitlich als auch bei den Kursniveaus dem Ende der Abwärtsbewegung nähern, so die Experten von Raiffeisen Capital Management. Allerdings sei eine rasche Umkehrung der Investorenstimmung bis auf weiteres wenig wahrscheinlich. Vielmehr könnte in den kommenden Monaten eine nachhaltige Stabilisierung bei Aktien und Währungen der EM erfolgen, die im kommenden Jahr dann in eine neue Aufwärtsbewegung übergehen könnte. Eine Voraussetzung dafür sei allerdings eine Verbesserung sowohl des Wachstumsbildes in den Emerging Markets als auch der Gewinnentwicklung bei den dort ansässigen Unternehmen. (Ausgabe September 2013) (16.09.2013/alc/a/a)


