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Schwellenländer-Bonds - komplexe Beimischung mit klaren Vorteilen


12.11.25 10:47
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Schwellenländeranleihen bieten Rendite, echte Diversifizierung und ein anderes Risikoprofil als Anleihen aus Industrieländern. Eine einfache Anlageklasse sind sie jedoch nicht, erläutern Michaël Vander Elst, Leiter Emerging Market Debt, und Fondsmanager Emerging Markets Hugo Verdière, beide von DPAM.

Vor allem in lokaler Währung seien Schwellenländeranleihen nicht für jeden geeignet. Sie könnten aber für viele Multi-Asset- und Rentenportfolios eine wertvolle Rolle spielen, indem sie die Erträge steigern, das Währungsexposure erhöhen und das Zinsrisiko diversifizieren würden, das in Industrieländern bestehe.

Währungen aus Schwellenländern könnten schnell steigen oder fallen, wenn die Regierungen vor Ort ihre Politik ändern würden, die Inflation steige oder Investoren Geld abziehen würden. Diese Schwankungen könnten die Renditen unvorhersehbar machen. Sinnvoll sei daher, Ländern mit stärkeren Institutionen und klarerem politischen Regelwerk den Vorzug zu geben. Außerdem würden die Experten nicht-demokratische Länder ausschließen. Wenn die Macht in den Händen einer kleinen Elite liege, würden Entscheidungen oft zugunsten dieser Elite und nicht der Gesamtwirtschaft fallen.

Wichtig für Anleger seien auch Volatilität und Liquidität. Eine Konzentration auf Emittenten mit höherer Qualität helfe in beiden Punkten. Portfolios, die sich auf stärkere ESG-Länder konzentrieren würden, hätten in Stresssituationen tendenziell geringere Verluste erlitten und sich nach Rückschlägen schneller erholt. Aus diesem Grund würden die Experten Emittenten anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren bewerten und würden Länder stärker gewichten, die dort gut abschneiden würden. Studien von Institutionen wie der Weltbank würden den Zusammenhang von besserer Governance und geringerem Ausfallrisiko bestätigen.

Recherchen vor Ort und Gespräche mit Entscheidungsträgern, Zentralbankern und lokalen Institutionen würden dabei helfen, ein echtes Verständnis für die Lage und das Wachstumspotenzial jedes Landes zu gewinnen und Signale frühzeitig zu erkennen.

Wir investieren in Länder, die fair und transparent regiert werden, und weniger in solche, in denen Korruption oder eine gesteuerte Politik wirtschaftliche Risiken mit sich bringen, so die Experten von DPAM. Dies trage dazu bei, plötzliche Währungsschocks zu reduzieren und Volatilität einzudämmen.

Dagegen hätten traditionelle Benchmark-Investments den Nachteil, dass sie auf wenige große asiatische Märkte konzentriert seien. Das könne sich negativ auf die Diversifizierung auswirken. Wir investieren über den Index hinaus und beziehen ausgewählte Grenzmärkte ein, die sich oft anders entwickeln als die Schwergewichte und dennoch attraktive Renditen bieten, so die Experten von DPAM.

Aktives Management könne zudem dabei helfen, mit dem schnellen Wandel dieser Anlageklasse umzugehen. Die Fiskalpolitik könne sich ändern, Zentralbanken könnten überraschen und politische Konflikte könnten aufflammen. Wer aktiv investiere, halte nur Positionen, die zur eigenen Risikoeinschätzung passen würden. Dennoch seien Schwellenländer-Investments mit Risiken verbunden, wie z. B. Kredit-, Wechselkurs-, Liquiditätsrisiken. (12.11.2025/alc/a/a)