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Schwellenländer-Anleihen: Hier können renditehungrige Anleger fündig werden


10.08.16 10:57
Legg Mason

Baltimore (www.anleihencheck.de) - Die vergangenen Monate waren turbulent an den Märkten und es gab einiges zu verkraften: den Brexit, gefolgt von sinkenden Zinsen in Großbritannien sowie die vorsichtige Haltung der amerikanischen Notenbank gegenüber weiteren Zinsschritten, so Ken Leech, CIO bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset.

"Für Anleiheinvestoren, die auf der Suche nach einer soliden Rendite sind, lohnt in einem solchen Umfeld eigentlich nur der Blick gen Schwellenländer", laute das Urteil von Ken Leech. "Noch ist die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession geschlittert, sie verdient aber eine außergewöhnlich entgegenkommende Geldpolitik." Deshalb müssten die Politiker der großen Notenbanken mögliche Abwärtsrisiken stark im Auge haben, insbesondere in einem Umfeld wie dem aktuellen, in dem die globale Inflation außergewöhnlich niedrig sei, warne der Experte.

Glücklicherweise seien die Zentralbanken deutlich entgegenkommender und gingen bisweilen sogar recht aggressiv vor. Das bedeute, dass amerikanische und globale Staatsanleihen von den niedrigen Leitzinsen gestützt würden, die man auch weiterhin weltweit sehen werde.

Nach Chancen in einem solchen Umfeld gefragt, zeige der Anleihe-Experte Leech gen Emerging Markets. Denn insbesondere Schwellenländeranleihen böten derzeit attraktive Einstiegsmöglichkeiten - sowohl in lokalen Währungen als auch in US-Dollar-denominierten Anleihen. Für Leech und seine Kollegen sei die Anlageklasse derzeit deutlich interessanter geworden, als dies noch zu Beginn des Jahres der Fall gewesen sei. Einer der Gründe sei sicherlich, dass der Zinsunterschied zwischen Anleihen aus den Schwellenländern im Vergleich zu den Industrienationen derzeit recht weit sei.

In Bezug auf die Renditeerwartungen habe Leech gesagt: "Die Bewertungen von Schwellenländeranleihen sind fair. Anleger, die händeringend auf der Suche nach Renditen sind, finden diese bei Schwellenländeranleihen reichlich. Zwei Positionen, die wir strukturell bevorzugen sind Mexiko und Indien. Über das laufende Jahr hinweg haben wir nach weiteren opportunistischen Einstiegsmöglichkeiten gesucht und noch in andere Märkte wie beispielsweise Brasilien investiert."

Ebenfalls als gutes Zeichen bewerte der Anleihen-Experte die Renditeausweitung der Schwellenländeranleihen im Vergleich zu den Industrienationen - nicht zuletzt aufgrund eines schwachen weltweiten Wachstums, den nach wie vor herausfordernden Rohstoffpreisen und der anhaltend hohen Volatilität. Leech warne jedoch, dass Anleger über die Verhältnismäßigkeit eines Engagements gut nachdenken und im Vorfeld ihre Hausaufgaben machen müssten. Denn dies sei genau die Kulisse für eine beachtliche Veränderung, die Leech sowohl im Währungsmarkt als auch an den lokalen Zinsmärkten und sogar bei der Verschuldung von Unternehmen sehe. Insgesamt bleibe der Western Asset-Experte jedoch positiv gestimmt für eine Trendwende bei Schwellenländeranleihen. (10.08.2016/alc/a/a)