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Schweizer Notenbank schaltet zwei Gänge runter


21.12.16 12:15
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die schweizerische Nationalbank (SNB) erhöht zum Schutz vor Währungsschwankungen die Rückstellungen für Währungsreserven, so die Experten von "FONDS professionell".

Ab sofort wolle die eidgenössische Notenbank jährlich mindestens 8 Prozent der schon bestehenden Währungsreserven zurückstellen. Dies sei eine direkte Folge des Kampfs gegen den starken Schweizer Franken, wie die Schweizer Nationalbank (SNB) mitgeteilt habe. Damit Kursschwankungen der drastisch angewachsenen Fremdwährungsreserven nicht das Eigenkapital wegfressen würden, habe die Nationalbank eine Mindestquote für die Rückstellungen eingeführt.

Bisher habe sich die SNB bei den Rückstellungen direkt am nominellen Wirtschaftswachstum orientiert. Diese Vorgehensweise werde zwar beibehalten, doch mit einer Mindestquote solle verhindert werden, dass in Zeiten eines tiefen nominellen Wachstum und geringer Teuerung (wie aktuell) die Rückstellungen zu tief ausfallen würden. Wären die Rückstellungen ausschließlich nach der herkömmlichen Regel berechnet worden, hätten diese für das laufende Jahr lediglich 2,2 Milliarden Franken betragen. Mit der neuen Mindestquote würden die Rückstellungen nun auf 4,6 Milliarden Franken steigen. Dementsprechend würden die Währungsreserven von 58,1 auf 62,8 Milliarden Franken klettern.

Diese Änderung könnte einen unangenehmen Nebeneffekt im Hinblick auf die Ausschüttungen der SNB an den Bund und an die Kantone mit sich bringen: Durch die Erhöhung der Rückstellungen verringere sich auch der Gewinn der Nationalbank - und damit die Einzahlungen in die Ausschüttungsreserve. Bund (ein Drittel) und Kantone (zwei Drittel) würden von der SNB jährlich eine Milliarde Franken erhalten. Steige der Nationalbankgewinn über 20 Milliarden Franken, würden Bund und Kantone noch Zusatzsausschüttungen erhalten - diese stünden nun allerdings auf der Kippe. (Ausgabe vom 20.12.2016) (21.12.2016/alc/a/a)