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Schweiz: SNB läutet Zinswende früh ein


28.03.24 12:22
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das BIP der Schweiz wuchs im vierten Quartal 2023 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was über der Konsenserwartung von 0,1 Prozent lag, so die Analysten von Postbank Research.

Der reale Konsum der privaten Haushalte habe etwas zugenommen, während sich der Tourismussektor stark entwickelt habe.

Der KOF-Frühindikator habe sich auch im Februar mit 101,6 über der Marke von 100 Punkten gehalten. Analysten hätten mit 102 Punkten gerechnet. Der PMI der Dienstleistungen sei von 54,6 auf 53,0 Zähler zurückgegangen, habe aber auf anhaltendes Wachstum hingewiesen. Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes sei zwar von 43,1 auf 44 Punkte gestiegen, damit jedoch im rezessiven Bereich geblieben.

Die Inflation sei im Februar weiter von 1,3 auf 1,2 Prozent zurückgegangen - das niedrigste Niveau seit Oktober 2021. Die Kernrate sei ebenfalls 0,1 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent zurückgegangen.

Entgegen der Markterwartung einer ersten Reduzierung im Juni habe die SNB am 21. März als erste der G10-Notenbanken den Zinssenkungszyklus gestartet. Die Währungshüter hätten den Leitzins von 1,75 auf 1,50 Prozent runtergeschraubt, nachdem die Inflation über dem gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität liegen dürfte (1,4%/1,2%/1,1% für 2024/25/26).

Zudem komme die risikoaffine Stimmung an den Märkten dem als "sicheren Hafen" geltenden Franken nicht gerade zugute. In Kombination mit dem taubenhaften Schwenk der SNB habe dies zu einer Abschwächung des Frankens auf aktuell EUR/CHF 0,978 geführt. Auf Sicht von sechs Monaten besitze er noch leichtes Abwärtspotenzial bis auf etwa EUR/CHF 0,985. (Ausgabe Währungsbulletin April 2024) (28.03.2024/alc/a/a)