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Schweiz: SNB kauft wieder Fremdwährungen


25.01.24 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das schweizerische KOF-Konjunkturbarometer verzeichnete im Dezember den zweiten Anstieg in Folge, so die Analysten von Postbank Research.

Mit 97,8 Zählern sei es auf den höchsten Stand seit April 2023 geklettert. Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes habe sich ebenfalls von 42,1 auf 43 Punkte verbessert, aber auf eine anhaltende Schrumpfung des Sektors hingewiesen.

Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation hätten sich im Dezember etwas stärker als von Analysten erwartet von 1,4 auf 1,7 bzw. 1,5 Prozent beschleunigt. Gegenüber dem Vormonat hätten die Verbraucherpreise jedoch stagniert. Die durchschnittliche Inflationsrate für das Gesamtjahr 2023 beläuft sich damit auf 2,1 Prozent, womit die Reflations-Risiken überschaubar erscheinen, so die Analysten von Postbank Research.

Dies dürfte zum Kurswechsel der SNB beigetragen haben. Habe sie zuvor noch Devisenreserven verkauft, um den Außenwert des Franken im Kampf gegen die Inflation zu stützen, seien im Dezember Fremdwährungen im Wert von etwa zehn Milliarden Franken gekauft worden. Damit demonstriere die SNB, dass sie nun eine Abwertung des Frankens präferiere, was der exportorientierten Schweizerischen Wirtschaft zugutekommen sollte. Angesichts der höheren Inflationsraten würden die Terminmärkte nun jedoch nur noch mit einer Zinssenkung bis Mitte 2024 anstelle von zwei Senkungen um jeweils 25 Basispunkte rechnen.

Anfang Januar sei der Franken bei EUR/CHF 0,927 aus dem Handel gegangen, womit er ein Allzeitschlusskurshoch markiert habe. Er habe seither auf EUR/CHF 0,945 nachgegeben. Auf Sicht von sechs Monaten könnte er weiter auf EUR/CHF 0,97 einbüßen, wenn die SNB nicht wieder falkenhafter auftrete. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2024) (25.01.2024/alc/a/a)