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Schweiz: Negativzinsen sind unwahrscheinlicher geworden


29.09.25 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der schweizerische KOF-Frühindikator sank im August von 101,3 auf 97,4 Punkte, so die Analysten von Postbank Research.

Der PMI für die fertigende Industrie sei im August nur leicht von 49,8 auf 49,0 Punkte gestiegen, der Dienstleister-PMI von 41,8 auf 43,9 Punkte - beide würden somit in der Schrumpfungszone bleiben. Im zweiten Quartal sei das BIP lediglich noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal gewachsen.

Die Inflationsrate habe im August bei 0,2 Prozent verharrt, die Kerninflationsrate sei unerwartet von 0,8 auf 0,7 Prozent gesunken. Der Erzeugerpreisindex sei auf Jahressicht mit minus 1,8 Prozent tiefer in den deflationären Bereich gefallen.

Auch Wochen nach dem "Zollschock" vom 1. August würden Exporte der Schweiz in die USA - Ausnahmen Pharmaerzeugnisse und Edelmetalle - weiterhin mit 39 Prozent verzollt. Im August hätten die Exporte dennoch real um 2,4 Prozent zum Vormonat zugelegt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe die Leitzinsen im Juni auf 0,00 Prozent gesenkt. Sollte die Schweizer Wirtschaft durch die US-Zölle stark beeinträchtigt werden, könnte die SNB das Thema Negativzinsen noch einmal stärker diskutieren. Allerdings hätten sich zuletzt die Mitglieder der SNB eher skeptisch zu diesem Thema geäußert und auf die Kosten negativer Zinsen hingewiesen. An den Swapmärkten werde nun lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent eingepreist, dass dies bis zum Jahresende passieren werde, 40 Prozent bis Jahresmitte 2026. Staatsanleihen mit bis zu fünfjähriger Laufzeit würden weiterhin negativ rentieren.

Der Schweizer Franken habe sich zuletzt bei EUR/CHF 0,9340 stabilisiert. Er könnte auf Sicht von sechs Monaten in Richtung EUR/CHF 0,97 abwerten. (Währungsbulletin Oktober 2025) (29.09.2025/alc/a/a)