Schweiz: Inflation stabilisiert sich - gemischtes Bild bei den Frühindikatoren


27.08.18 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die noch zu Beginn des Jahres sehr niedrigen Inflationsraten in der Schweiz scheinen sich langsam zu stabilisieren, so die Analysten der Nord LB.

In den letzten drei Monaten habe die Jahresteuerungsrate leicht angezogen und pendele sich aktuell oberhalb von einem Prozent ein. Auch in der Alpenrepublik sei vor allem die Energie- und Treibstoffpreisentwicklung der entscheidende Preistreiber, während sich die Kerninflation kaum bewege. Unterdessen zeichne das SECO-Verbrauchervertrauen für das zweite Quartal ein schlechteres Bild als zuvor. Mit -7 Punkten würden die Konsumenten tendenziell eine leicht schwächere Wirtschaftsentwicklung für die Zukunft erwarten.

Eine marginale Veränderung im positiven Sinne habe dafür der PMI-Industrie verzeichnet. Dieser Indikator sei im Juli leicht auf 61,9 Punkte gestiegen und weise somit weiterhin ein äußerst gutes Stimmungsbild im Verarbeitenden Gewerbe aus. Diese positive Sicht werde auch durch die aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) unterstrichen. Im zweiten Quartal sei die Industrieproduktion um 8,3% Y/Y gestiegen und zeige sich somit weiterhin robust gegenüber den aktuellen politischen Problemen. Nichtsdestotrotz würden die momentan zunehmenden weltpolitischen Diskrepanzen weiter Risikopotenzial für die Schweiz bergen. Bedingt durch den damit verbunden safe-haven-Effekt und der resultierenden Aufwertung des Schweizer Frankens, sehe sich der Exportsektor mit Gegenwind konfrontiert.

Der Schweizer Franken, als eine in Marktphasen zunehmender Risikowahrnehmung stets gesuchte Währung, habe im August dem Aufwertungsdruck nicht standhalten können. Mit einem aktuellen Kurs von 1,13 EUR/CHF entferne sich der Franken deutlich von der im April erreichten Marke von 1,20 EUR/CHF. Bereits in ihren letzten geldpolitischen Lagebeurteilungen habe die Schweizer Nationalbank (SNB) den Franken tendenziell als zu "hoch bewertet" angesehen, weshalb dies die SNB in eine Position bringe entsprechende Interventionen am Devisenmarkt in Erwägung zu ziehen. Hierbei spiele auch das Absacken der Türkischen Lira und die damit verbundene Furcht vor weiteren Risiken in anderen Schwellenländern eine Rolle. Dies führe aktuell wieder dazu, dass sich die Akteure am Geldmarkt wieder vermehrt in den sicheren Hafen der Schweizer Währung flüchten würden. Der SNB Präsident Thomas Jordan befinde sich somit unter Druck, den kleinen Währungsraum durch die Wogen der aktuellen geopolitischen sowie weltwirtschaftlichen Probleme zu steuern. (Ausgabe vom 24.08.2018) (27.08.2018/alc/a/a)