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Schweiz: Fortsetzung der expansiven Geldpolitik
24.06.21 09:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizer Nationalbank (SNB) in der vergangenen Woche brachte keine Überraschungen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die nachfolgende Pressekonferenz habe jedoch einige wertvolle Erkenntnisse offenbart. SNB-Vorsitzender Jordan habe das eher weite Preisstabilitätsziel, welches für die SNB zwischen null und zwei Prozent liege, und dessen Implikationen für die Geldpolitik in der Schweiz kommentiert. Seinen Ausführungen zufolge, werde die SNB erst dann hawkischer werden, wenn der mittelfristige Inflationsausblick (2-3 Jahre) 2% übersteige.
Derzeit gehe die Zentralbank davon aus, dass die Inflation im ersten Quartal 2024 0,8% erreichen werde. Dies deute auf eine anhaltende Niedrigzinspolitik hin. Im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften sei auch die Aufwärtsrevision des kurzfristigen Inflationsausblicks in der Schweiz schwächer ausgeprägt. Der hoch bewertete Schweizer Franken sei einer der Hauptgründe für das Niedriginflationsumfeld.
Nach einem eher ruhigen ersten Quartal würden die Veränderungen der Sichteinlagen auf eine gewisse Aktivität der SNB am Devisenmarkt im zweiten Quartal 2021 hindeuten. Kurz nachdem der Wechselkurs Anfang Mai unter 1,10 EUR/CHF gefallen sei, seien die Sichteinlagen vier Wochen in Folge deutlich angestiegen, was die Bereitschaft der SNB unterstreiche, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Zentralbank einen Wechselkurs von über 1,10 EUR/CHF anstrebe.
In der Praxis konzentriere sich die SNB auf den realen effektiven Wechselkurs, sodass dies nur ein implizites Ziel sein könne und einen gewissen Spielraum für Interpretationen übrig lasse. Momentan notiere das Währungspaar knapp unter dieser Schwelle. Die Analysten würden an ihrem Ziel von 1,12 EUR/CHF bis zum Jahresende festhalten und erwarten, dass der Schweizer Franken in den nächsten sechs Monaten auf die schwächere Seite drehen werde.
Aufgrund der anhaltenden Aufwertung im vergangenen Quartal hätten die Analysten jedoch den Pfad zu diesem Ziel leicht angepasst und ihre Prognose für Q3 2021 auf 1,11 EUR/ CHF gesenkt. Die Prognose für den Schweizer Franken sei aufgrund seiner Safe-Haven-Eigenschaften weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet, da sie von der Entwicklung der Pandemie und der Wirksamkeit der Impfungen abhänge. (Ausgabe vom 23.06.2021) (24.06.2021/alc/a/a)
Die nachfolgende Pressekonferenz habe jedoch einige wertvolle Erkenntnisse offenbart. SNB-Vorsitzender Jordan habe das eher weite Preisstabilitätsziel, welches für die SNB zwischen null und zwei Prozent liege, und dessen Implikationen für die Geldpolitik in der Schweiz kommentiert. Seinen Ausführungen zufolge, werde die SNB erst dann hawkischer werden, wenn der mittelfristige Inflationsausblick (2-3 Jahre) 2% übersteige.
Nach einem eher ruhigen ersten Quartal würden die Veränderungen der Sichteinlagen auf eine gewisse Aktivität der SNB am Devisenmarkt im zweiten Quartal 2021 hindeuten. Kurz nachdem der Wechselkurs Anfang Mai unter 1,10 EUR/CHF gefallen sei, seien die Sichteinlagen vier Wochen in Folge deutlich angestiegen, was die Bereitschaft der SNB unterstreiche, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Zentralbank einen Wechselkurs von über 1,10 EUR/CHF anstrebe.
In der Praxis konzentriere sich die SNB auf den realen effektiven Wechselkurs, sodass dies nur ein implizites Ziel sein könne und einen gewissen Spielraum für Interpretationen übrig lasse. Momentan notiere das Währungspaar knapp unter dieser Schwelle. Die Analysten würden an ihrem Ziel von 1,12 EUR/CHF bis zum Jahresende festhalten und erwarten, dass der Schweizer Franken in den nächsten sechs Monaten auf die schwächere Seite drehen werde.
Aufgrund der anhaltenden Aufwertung im vergangenen Quartal hätten die Analysten jedoch den Pfad zu diesem Ziel leicht angepasst und ihre Prognose für Q3 2021 auf 1,11 EUR/ CHF gesenkt. Die Prognose für den Schweizer Franken sei aufgrund seiner Safe-Haven-Eigenschaften weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet, da sie von der Entwicklung der Pandemie und der Wirksamkeit der Impfungen abhänge. (Ausgabe vom 23.06.2021) (24.06.2021/alc/a/a)


