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Schwedische Zentralbank unter Druck
03.06.14 10:48
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Diesen Donnerstag tritt die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer allmonatlichen Sitzung zusammen, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Diese habe bereits im Vorfeld hohe Wellen geworfen, habe doch der EZB-Präsident Mario Draghi im Mai mehr oder weniger verklausuliert bekannt gegeben, dass die EZB aufgrund der deflationären Risiken im Juni zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen bereit sei. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG glauben, dass Draghi seinen Worten Taten folgen lassen wird und rechnen mit einer Zinssenkung.
Mit seinen Sorgen stehe Draghi in Europa nicht alleine da. Auch in Schweden bewege sich die Inflation seit einigen Quartalen bei oder gar unter der Null-Marke. Prominente Ökonomen wie z.B. Paul Krugman hätten das gar zum Anlass genommen, vor einem Abgleiten Schwedens in die Deflation zu warnen. Werte sich der Euro wie von der EZB gewünscht ab, so dürfte die Schwedische Zentralbank - die Riksbank - daran keine Freude haben. Eine stärkere Schwedische Krone würde über fallende Importpreise die Konsumentenpreise noch weiter unter Druck setzen.
Für die Entwicklung der Schwedischen Krone habe die Reaktion der Schwedischen Zentralbank auf eine Lockerung der EZB einen großen Einfluss. Man stelle sich die Frage, ob sich die Riksbank einem schwächeren Euro widersetzen könne. Die Instrumente hierfür seien vorhanden. Schwedens Geldpolitik besitze die Flexibilität, sich einer Aufwertung zu entziehen, denn die Zentralbank habe die Möglichkeit, ihre Leitzinsen vom aktuellen Niveau von 0,75% noch weiter zu senken. Eine Zinssenkung in den nächsten Monaten sei denn von den Finanzmärkten bereits erwartet.
Entscheidend werde sein, welche der zwei Zentralbanken zur größeren Lockerung bereit sei. Das führe zur Frage, welche Zentralbank die größeren Deflationsrisiken für ihre Volkswirtschaft sehe. Schwedens Preisauftrieb sei zurzeit deutlich schwächer als im Euroland. Vergleiche man jedoch den Inflationsausblick von Riksbank und EZB, so würden die Währungshüter in Frankfurt eine schwächere Inflationsentwicklung in den nächsten Jahren sehen. Die Prognosen der EZB lägen bei 1,3% für 2015 und 1,5% für 2016. Die Riksbank hingegen prognostiziere 1,7% (2015) und 2,0% (2016).
Die Preisentwicklung in der mittleren Frist hänge letztendlich von der Auslastung der Wirtschaft ab. Diese sei im Euroland deutlich geringer als in Schweden, was auch höhere Deflationsrisiken impliziere. Hinzu komme, dass die EZB auf Eurolands Peripherie Rücksicht nehmen müsse, wo die Auslastung sehr tief liege und damit auch das Deflationsrisiko auf einem sehr hohen Niveau sei. Draghi dürfte deshalb mittelfristig zu einer stärkeren Lockerung der Geldpolitik bereit sein als die Riksbank. Das mache es der Schwedischen Krone schwer, sich dem allgemeinen Aufwertungstrend gegenüber dem Euro zu widersetzen. Das Aufwertungspotenzial der Schwedischen Krone sei allerdings mit Blick auf die extrem tiefe Inflationsrate beschränkt. (03.06.2014/alc/a/a)
Diese habe bereits im Vorfeld hohe Wellen geworfen, habe doch der EZB-Präsident Mario Draghi im Mai mehr oder weniger verklausuliert bekannt gegeben, dass die EZB aufgrund der deflationären Risiken im Juni zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen bereit sei. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG glauben, dass Draghi seinen Worten Taten folgen lassen wird und rechnen mit einer Zinssenkung.
Für die Entwicklung der Schwedischen Krone habe die Reaktion der Schwedischen Zentralbank auf eine Lockerung der EZB einen großen Einfluss. Man stelle sich die Frage, ob sich die Riksbank einem schwächeren Euro widersetzen könne. Die Instrumente hierfür seien vorhanden. Schwedens Geldpolitik besitze die Flexibilität, sich einer Aufwertung zu entziehen, denn die Zentralbank habe die Möglichkeit, ihre Leitzinsen vom aktuellen Niveau von 0,75% noch weiter zu senken. Eine Zinssenkung in den nächsten Monaten sei denn von den Finanzmärkten bereits erwartet.
Entscheidend werde sein, welche der zwei Zentralbanken zur größeren Lockerung bereit sei. Das führe zur Frage, welche Zentralbank die größeren Deflationsrisiken für ihre Volkswirtschaft sehe. Schwedens Preisauftrieb sei zurzeit deutlich schwächer als im Euroland. Vergleiche man jedoch den Inflationsausblick von Riksbank und EZB, so würden die Währungshüter in Frankfurt eine schwächere Inflationsentwicklung in den nächsten Jahren sehen. Die Prognosen der EZB lägen bei 1,3% für 2015 und 1,5% für 2016. Die Riksbank hingegen prognostiziere 1,7% (2015) und 2,0% (2016).
Die Preisentwicklung in der mittleren Frist hänge letztendlich von der Auslastung der Wirtschaft ab. Diese sei im Euroland deutlich geringer als in Schweden, was auch höhere Deflationsrisiken impliziere. Hinzu komme, dass die EZB auf Eurolands Peripherie Rücksicht nehmen müsse, wo die Auslastung sehr tief liege und damit auch das Deflationsrisiko auf einem sehr hohen Niveau sei. Draghi dürfte deshalb mittelfristig zu einer stärkeren Lockerung der Geldpolitik bereit sein als die Riksbank. Das mache es der Schwedischen Krone schwer, sich dem allgemeinen Aufwertungstrend gegenüber dem Euro zu widersetzen. Das Aufwertungspotenzial der Schwedischen Krone sei allerdings mit Blick auf die extrem tiefe Inflationsrate beschränkt. (03.06.2014/alc/a/a)


