Erweiterte Funktionen
Der Schmerz über die höheren Zinsen breitet sich aus
06.10.23 09:45
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Der Ausverkauf am globalen Aktienmarkt setzte sich in der vergangenen Woche fort, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Das habe dazu geführt, dass die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5 Prozent gestiegen seien - ein Plus von mehr als 100 Basispunkten seit Ende Juni. Das Ausmaß dieser Neubewertung sei auch bei anderen langfristigen Vermögenswerten zu spüren. Aktien und Unternehmensanleihen stünden unter Druck. Zum Teil müssten Risikoanlagen mit wesentlich höheren Abzinsungssätzen für künftige Cashflows rechnen.
Ein weiterer Zinsanstieg könnte zu einer Selbstkorrektur führen. Die Experten seien der Ansicht, dass der Anstieg der Renditen vorerst weit genug gegangen sein und eine Konsolidierungsphase bevorstehen könnte. Für einen strukturell optimistischeren Blick auf US-Anleihen sei die Aussicht auf niedrigere Zinsen erforderlich. Die zehnjährigen Renditen könnten sich aber wieder in Richtung 4,5 Prozent bewegen, falls sich Wachstumssorgen einstellen sollten.
Vorerst bleibe die Wirtschaftstätigkeit relativ robust. Das würden Umfragen zur Stimmung der Unternehmen und ein Wiederanstieg der Zahl der offenen Stellen zeigen.
Jüngst habe es in den Vereinigten Staaten Diskussionen über Wohnungsmangel in der Region Connecticut und eine zu geringe Anzahl zum Verkauf stehender Neuwagen in Minnesota gegeben. Interessant sei, dass solche Themen nach wie vor weitaus präsenter seien als Sorgen über steigende Kreditkartenrechnungen oder Befürchtungen einer Konjunkturabschwächung. Die Stimmung könne jedoch schnell umschlagen, wie man im März dieses Jahres gesehen habe.
Aus der soliden Konjunktur zu schließen, dass die Straffung der Geldpolitik keine Wirkung zeige, sei aus Sicht der Experten jedoch falsch. Vielmehr verzögere sich ihre Wirkung weiterhin. Sie werde aber dennoch eintreten.
Die Inflationsdaten könnten derweil aufgrund des jüngsten Anstiegs der Ölpreise nach oben tendieren. Die Experten seien aber verhalten optimistisch, dass sich die Teuerung bei den Kerngütern und -dienstleistungen weiter verlangsamen könnte.
Da ein Shutdown in den USA und damit ein Stillstand der Regierungsgeschäfte abgewendet worden sei, werde man in diesem Monat zumindest Wirtschaftsdaten zur Analyse erhalten. Die Experten seien nach wie vor der Ansicht, dass die Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur mit der Zeit deutlicher würden.
Es scheine, als hätten viele Anleger im Sommer auf eine sanfte Landung gesetzt. Eine Analyse vergangener Zyklen deute aber weiterhin darauf hin, dass eine Rezession ein wahrscheinlicheres Szenario sei. Die Experten seien der Meinung, dass Geldpolitik nicht linear funktioniere. Zinsanhebungen ausgehend von den derzeitigen Niveaus könnten viel größere Auswirkungen haben als zu Beginn des Zinserhöhungszyklus.
Diese Analyse lege nahe, dass eine Stabilisierung der Zinssätze wahrscheinlich vor einer Stabilisierung bei Risikoanlagen auftrete. Vor diesem Hintergrund würden die Experten es noch für verfrüht halten, Kreditabsicherungen zu entfernen.
Aus Sicht der Experten sei es sinnvoll, die Duration langsam zu erhöhen, wenn die Renditen weiter steigen würden. Die Trends, die die US-Renditen antreiben würden, hätten auch den US-Dollar weiter aufwerten lassen. Die Experten seien der Meinung, dass der Greenback vorerst stark bleibe.
Es könne schwierig sein, Wendepunkte an den Märkten zu erkennen. Die Experten hätten aber das Gefühl, dass die Zinsen einen solchen Punkt erreichen könnten. Dieses werde durch die Tatsache verstärkt, dass sich der Schmerz über die höheren Zinsen nun ausbreite. Das Unbehagen der Anleger habe zugenommen und der Stress nehme zu. (06.10.2023/alc/a/a)
Das habe dazu geführt, dass die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5 Prozent gestiegen seien - ein Plus von mehr als 100 Basispunkten seit Ende Juni. Das Ausmaß dieser Neubewertung sei auch bei anderen langfristigen Vermögenswerten zu spüren. Aktien und Unternehmensanleihen stünden unter Druck. Zum Teil müssten Risikoanlagen mit wesentlich höheren Abzinsungssätzen für künftige Cashflows rechnen.
Ein weiterer Zinsanstieg könnte zu einer Selbstkorrektur führen. Die Experten seien der Ansicht, dass der Anstieg der Renditen vorerst weit genug gegangen sein und eine Konsolidierungsphase bevorstehen könnte. Für einen strukturell optimistischeren Blick auf US-Anleihen sei die Aussicht auf niedrigere Zinsen erforderlich. Die zehnjährigen Renditen könnten sich aber wieder in Richtung 4,5 Prozent bewegen, falls sich Wachstumssorgen einstellen sollten.
Vorerst bleibe die Wirtschaftstätigkeit relativ robust. Das würden Umfragen zur Stimmung der Unternehmen und ein Wiederanstieg der Zahl der offenen Stellen zeigen.
Jüngst habe es in den Vereinigten Staaten Diskussionen über Wohnungsmangel in der Region Connecticut und eine zu geringe Anzahl zum Verkauf stehender Neuwagen in Minnesota gegeben. Interessant sei, dass solche Themen nach wie vor weitaus präsenter seien als Sorgen über steigende Kreditkartenrechnungen oder Befürchtungen einer Konjunkturabschwächung. Die Stimmung könne jedoch schnell umschlagen, wie man im März dieses Jahres gesehen habe.
Die Inflationsdaten könnten derweil aufgrund des jüngsten Anstiegs der Ölpreise nach oben tendieren. Die Experten seien aber verhalten optimistisch, dass sich die Teuerung bei den Kerngütern und -dienstleistungen weiter verlangsamen könnte.
Da ein Shutdown in den USA und damit ein Stillstand der Regierungsgeschäfte abgewendet worden sei, werde man in diesem Monat zumindest Wirtschaftsdaten zur Analyse erhalten. Die Experten seien nach wie vor der Ansicht, dass die Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur mit der Zeit deutlicher würden.
Es scheine, als hätten viele Anleger im Sommer auf eine sanfte Landung gesetzt. Eine Analyse vergangener Zyklen deute aber weiterhin darauf hin, dass eine Rezession ein wahrscheinlicheres Szenario sei. Die Experten seien der Meinung, dass Geldpolitik nicht linear funktioniere. Zinsanhebungen ausgehend von den derzeitigen Niveaus könnten viel größere Auswirkungen haben als zu Beginn des Zinserhöhungszyklus.
Diese Analyse lege nahe, dass eine Stabilisierung der Zinssätze wahrscheinlich vor einer Stabilisierung bei Risikoanlagen auftrete. Vor diesem Hintergrund würden die Experten es noch für verfrüht halten, Kreditabsicherungen zu entfernen.
Aus Sicht der Experten sei es sinnvoll, die Duration langsam zu erhöhen, wenn die Renditen weiter steigen würden. Die Trends, die die US-Renditen antreiben würden, hätten auch den US-Dollar weiter aufwerten lassen. Die Experten seien der Meinung, dass der Greenback vorerst stark bleibe.
Es könne schwierig sein, Wendepunkte an den Märkten zu erkennen. Die Experten hätten aber das Gefühl, dass die Zinsen einen solchen Punkt erreichen könnten. Dieses werde durch die Tatsache verstärkt, dass sich der Schmerz über die höheren Zinsen nun ausbreite. Das Unbehagen der Anleger habe zugenommen und der Stress nehme zu. (06.10.2023/alc/a/a)


