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Schlechte Nachrichten liefern Argumente für weiteren politischen Stimulus


11.12.20 13:45
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Der Beginn der Impfungen in Großbritannien lässt Anleger im Verbund mit dem breiten Beistand durch die Geld- und Fiskalpolitik neue Hoffnung schöpfen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Risikoanlagen würden auf dem Weg ins Jahr 2021 unterstützt bleiben.

Auf ihrer geldpolitischen Sitzung habe die EZB eine Verlängerung ihres PEPP-Anleihekaufprogramms um neun Monate und eine Ausweitung um 500 Milliarden Euro angekündigt. Damit werde die Bilanzausweitung mindestens bis 2022 andauern. Weil die Ankündigung weitgehend den Markterwartungen entsprochen habe, seien die Reaktionen der Marktteilnehmer relativ verhalten geblieben.

In den USA werde erwartet, dass FED-Chef Jerome Powell die Geldpolitik ebenfalls locker halte. Dem Anschein nach dürften hier die Aussichten auf fiskalische Maßnahmen, die Wirtschaft und Finanzmärkte weiter in Bewegung bringen sollten, auf dem Weg ins Jahr 2021 weitaus bedeutender als in der Eurozone ausfallen. Spielraum sei vorhanden: Die Breakeven-Raten für inflationsgebundene Anleihen seien seit der US-Wahl gestiegen, würden aber vorerst unter 2 Prozent bleiben.

Viel hänge nun davon ab, wie es mit der Entwicklung der Pandemie weitergehe. Die Freude über den Beginn der ersten Covid-19-Impfungen in Großbritannien sei groß, auch wenn sie durch die Nachricht, dass einige Empfänger einen leichten anaphylaktischen Schock erlitten hätten, etwas gedämpft werde: Eine Erinnerung daran, dass die Welt von wirksamen Impfstoffen abhängig sei. Daher könne jede schlechte Nachricht ein Auslöser für Besorgnis sein.

Aus Sicht der Finanzmärkte scheinen schlechte Nachrichten und enttäuschende Daten jedoch nur die Argumente für weitere politische Stimulierungsmaßnahmen zu untermauern. Da die Zentralbanken ihre Ankäufe von Anlagen in naher Zukunft ausweiten würden, und zugleich die finanzielle Repression anhalte, sei absehbar, dass auch zukünftig viel Geld in risikoreiche Vermögenswerte fließen werde.

Die Experten seien daher weiterhin der Meinung, dass die breite Rückendeckung durch Geld- und Fiskalpolitik, im Verbund mit der Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine globale Konjunkturbelebung, Risikoanlagen auf dem Weg ins Jahr 2021 stützen könne. (11.12.2020/alc/a/a)