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Die Schere zwischen den Bunds und den Treasuries dürfte sich weiter öffnen


02.12.19 11:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Aus unserer Sicht wird die FED nach der letzten Zinssenkung nunmehr zumindest bis auf weiteres zuwarten, wie sich die US-Konjunktur weiter entwickelt, so die Analysten der National-Bank AG.

Zuletzt hätten sich Mitglieder des FOMC zufrieden über den Konjunkturverlauf gezeigt. Die Analysten der National-Bank AG sähen mit der FED kaum Anzeichen dafür, dass sich die Schwäche von Außenhandel, Industrie und Investitionen auf den privaten Verbrauch auswirke. Sollte sich der Welthandel wieder normalisieren, könnte es binnen Jahresfrist hingegen zu spürbaren Zuwächsen bei den Preisen für international gehandelte Güter kommen, was auch weltweit eine Reflationierung ermöglichen würde. Damit hänge die weitere globale Zinsentwicklung bei intakter globaler Grundkonstellation maßgeblich vom Fortgang des Handelskonfliktes ab. Im Ergebnis dürfte es bei der unterstellten allmählichen Verringerung der Konfliktintensität mit den Zinsen weltweit zumindest allmählich wieder etwas bergauf gehen. Konkret würden die Analysten der National-Bank AG erwarten, dass die zehnjährigen US-Sätze in einem Jahr bei rund 2,0% liegen dürften.

Über den traditionellen transatlantischen Zinszusammenhang ergebe sich hier auch ein gewisser Aufwärtsdruck mit Blick auf die Bundkurve, die Analysten der National-Bank AG würden aber weiterhin davon ausgehen, dass sich die Schere zwischen den Bunds und den Treasuries aufgrund der unterschiedlichen Notenbankpfade weiter öffne. Konkret würden die Analysten für die Bunds Renditen um -0,2% auf Jahressicht erwarten. Der weitere Pfad der EZB werde auch maßgeblich von der Veränderungen der politischen Konstellation im Rat der EZB und der Europäischen Union abhängen. Bis auf weiteres dürfte die Bank den Kurs weiterer QE-Maßnahmen aber fortsetzen, vor allem sofern der Preisdruck in Europa so gering bleibe.

Die Corporate Spreads seien - gemessen am 5-jährigen Markit-iTraxx-Europe - zuletzt wieder gestiegen und hätten bei knapp unter 50 Basispunkten notiert. Vor dem Hintergrund der abermals expansiveren Geldpolitik und der geschilderten Verschiebung der politökonomischen Rahmenbedingungen dürfte der Abwärtstrend aber grundsätzlich anhalten, nächste Zielgröße dürfte zunächst 40 Basispunkte sein. (Ausgabe vom 29.11.2019) (02.12.2019/alc/a/a)