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Saxo Bank-Q4-Ausblick: Globales Wachstum wird sich verlangsamen


10.10.13 15:43
Saxo Bank

Kopenhagen (www.anleihencheck.de) - Nach Einschätzung der Analysten der Saxo Bank im finanzwirtschaftlichen Ausblick der Bank für Q4 wird die weltweite Wachstumsdynamik nachlassen.

Dies gelte unabhängig davon, ob die größten Zentralbanken ihre quantitative Lockerung fortsetzen würden. Die Analysten würden solange keine nachhaltige Wachstumsentwicklung erwarten, wie die Politik jene Teile der Volkswirtschaft stütze, die entweder keine Hilfe brauchen oder verdienen würden. Eine tragfähige Wachstumsdynamik sei erst dann zu erwarten, wenn die Politik den eigentlichen Wachstumsmotor der Wirtschaft - die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) - unterstütze.

Nachdem die Federal Reserve den allmählichen Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm vorerst verschoben habe, braue sich am weltwirtschaftlichen Horizont der perfekte Sturm zusammen. Eine Anpassung der Zinserwartungen sei dringend geboten. Wie die Saxo Bank in ihrem am 8. Oktober veröffentlichten Quartalsausblick hervorgehoben habe, wären das in der Tat gute Nachrichten. Das beispiellose geldpolitische Experiment werde nur dann enden, wenn es damit nicht gelinge, eben das zu leisten, was höchste Priorität in der Wirtschaftspolitik haben sollte: Schaffung neuer Arbeitsplätze und steigende Einkommen.

Nach Überzeugung der Saxo Bank würden die schwache Konjunktur und insbesondere der schwierige Arbeitsmarkt die FED schließlich unter Zugzwang setzen. Anstatt den Ausstieg aus der QE einzuleiten, werde die FED sich im kommenden Jahr gezwungen sehen, ihre expansive Geldpolitik sogar noch auszuweiten, da die schwache Wirtschaft sich nicht aus eigenen Kräften aus der Stagnation befreien könne. Die Märkte würden sich darauf einstellen, dass mit mehr anstatt weniger quantitativer Lockerung zu rechnen sei. Kurzfristig möge auch wieder die Hoffnung aufflackern, eine Fortsetzung der aktuellen "Extend-and-Pretend"-Strategie könne die Vermögenswerte in die Höhe treiben.

Doch auf längere Sicht - also möglicherweise bereits Anfang 2014 - werde der QE-Zyklus oder zumindest die Marktreaktion darauf erlahmen und die FED zunehmend Gefahr laufen, an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Geschichte lehre, dass grundlegender Wandel immer erst von massiven Kurseinbrüchen am Aktienmarkt oder Arbeitslosenzahlen von nicht zu übersehender Höhe angestoßen werde. Mit anderen Worten: QE als geldpolitisches Instrument sei erst dann am Ende, wenn die Märkte sie nicht mehr beklatschen, sondern rundheraus ablehnen würden.

Dazu Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank: "Der Weltwirtschaft geht die Puste aus. 2014 steht uns eine grundlegende Debatte dazu bevor, wie man sich am besten von der aktuellen 'Extend-and-Pretend'-Strategie verabschiede. Momentan sieht der Markt nur zwei Wege: entweder Inflationierung der Wirtschaft, um die Schuldenlast zu reduzieren, oder die Verteilung der Schuldenlast auf Staat und Zentralbanken. Doch meiner Überzeugung nach gibt es noch einen dritten Weg: Eine Wiederholung der 1940er Jahre, als die FED zuletzt in diesem Maße - vermeintlich - stützend in das Marktgeschehen eingegriffen hat. Seinerzeit halfen Disinflation und Rezession der FED aus der Bedrängnis, ausgelöst durch die gleiche Politik, die heute den Aufschwung verzögert und die Märkte mit leichtem Geld überschwemmt. Die Geschichte ist im Begriff, sich zu wiederholen, weil wir nicht bereit sind, aus der Vergangenheit zu lernen und uns dem notwendigen Wandel zu stellen."

Saxo Bank weise darauf hin, dass der Auftakt zum vierten Quartal zwar vielversprechend sein möge, doch ins Jahr 2014 hinein mit Gegenwind an den Asset-Märkten zu rechnen sei. Steen Jakobsen weiter: "2014 heißt es 'grundüberholen' und sich auf ein globales Umfeld einstellen, das weniger Ungleichgewichte und weniger Verschuldung aufweist und sich dabei proaktiver für jenes Segment der Wirtschaft einsetzt, das in diesem Zyklus völlig außen vor gelassen wurde: die KMU." (10.10.2013/alc/a/a)